Bayer Aktie: 7-Milliarden-Vergleich vertagt

Gericht vertagt Entscheidung über Milliardenvergleich zu Roundup-Klagen. Bayer sieht sich durch Supreme-Court-Urteil gestärkt.

Auf einen Blick:
  • Gerichtstermin in Missouri verschoben
  • Supreme-Court-Urteil stärkt Bayer-Position
  • Neue Preisdeckel belasten Pharmabranche
  • Aktienkurs zeigt technische Überhitzung

Der juristische Schlussstrich verzögert sich. Ursprünglich wollte das Gericht in Missouri diese Woche über den Sammelvergleich zu den Roundup-Klagen entscheiden. Richter Boyer verschob den Termin nun auf Mitte August. Bayer trägt diese Terminverschiebung offiziell mit. Damit bleibt das Schicksal des über sieben Milliarden US-Dollar schweren Pakets vorerst ungeklärt.

Parallelverfahren in San Francisco

Der Konzern sieht sich durch jüngste Entwicklungen gestärkt. Ende Juni urteilte der US Supreme Court im Fall Durnell zugunsten der Tochter Monsanto. Daraufhin forderte Bayer in einem Verfahren in San Francisco, fast 4.000 weitere Klagen sofort einzustellen. Das Unternehmen argumentiert, das höchste Gericht habe zentrale Vorwürfe zu Warnhinweisen entkräftet.

Die Klägerseite widerspricht vehement. Anwältin Robin Greenwald verweist darauf, dass Vorwürfe wie Konstruktionsfehler vom Urteil unberührt bleiben. Richter Vince Chhabria zeigte sich mit den Argumenten beider Seiten unzufrieden. Er nannte die juristischen Stellungnahmen unbefriedigend. Die Folge: Ein automatisches Verfahrensende ist vorerst vom Tisch.

Milliardenlast durch neues Gesetz

Neuer Gegenwind weht aus Berlin. Der Bundestag stimmt am Freitag über ein Gesetz zur Stabilisierung der Krankenkassen ab. Der Gesetzgeber plant schärfere Preisdeckel für Arzneimittel. Analysten warnen vor sinkenden Margen für Pharmakonzerne.

Die Belastungen fallen deutlich höher aus als im ursprünglichen Kabinettsentwurf vorgesehen. Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller erwartet bis zum Ende des Jahrzehnts massive Mehrkosten. Allein im Jahr 2027 soll die Branche rund vier Milliarden Euro schultern. Der Herstellerabschlag steigt ab dann fest auf 15,5 Prozent.

Überhitzte Kursrally

An der Börse ignorieren Anleger die juristischen und politischen Hürden bislang. Die Bayer-Aktie kletterte in den vergangenen 30 Tagen um satte 44 Prozent nach oben. Am Donnerstag schloss das Papier bei 50,70 Euro. Damit notiert der Titel nur knapp unter seinem Jahreshoch von Anfang Juli.

Die rasante Rally fordert langsam ihren Tribut. Ein RSI-Wert von 73 signalisiert eine klare technische Überhitzung. Auch der weite Abstand zur 50-Tage-Linie mahnt zur Vorsicht. Die Papiere handeln aktuell 27 Prozent über diesem wichtigen gleitenden Durchschnitt.

Der August liefert dem Markt die nächsten harten Fakten. Mitte des Monats präsentiert Bayer seine Quartalsergebnisse. Kurz darauf steht der verschobene Gerichtstermin in Missouri im Kalender. Halten die operativen Fortschritte mit der jüngsten Kursfantasie Schritt, rückt ein Ausbruch über das 52-Wochen-Hoch in greifbare Nähe.

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