Zehn Prozent Plus in zwei Handelstagen, dazu die Marke von 50 Euro zurückerobert: Vor den Quartalszahlen am Dienstag (3. November) kommt Bayer mit Rückenwind. Ob der Schwung trägt, entscheidet sich nun an den Drittquartalszahlen.
Glyphosat verliert an Schrecken
Die jüngste Kursrally speist sich aus guten Nachrichten aus den USA. Eine Geschworenenjury in Missouri urteilte einstimmig zugunsten des Konzerns. Im Juni hatte Bayer bereits einen wegweisenden Fall vor dem Supreme Court gewonnen. Seither sind Klagen kaum noch aussichtsreich, die sich auf fehlende Krebswarnungen auf Verpackungen stützen.
Offen bleibt die richterliche Entscheidung über den Sammelvergleich. Bayer würde dafür bis zu 21 Jahre lang abnehmende, gedeckelte Jahreszahlungen leisten, insgesamt bis zu 7,25 Milliarden Dollar.
Was der Markt für das dritte Quartal erwartet
Die Schätzungen liegen beim Umsatz bei rund 9,88 Milliarden Euro, nach 9,66 Milliarden im Vorjahr. Das EBITDA soll knapp 473 Millionen Euro erreichen. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie rechnet der Markt mit 0,39 Euro, nach 0,57 Euro im Vorjahresquartal. Das wäre ein deutlicher Rückgang.
Im Pharmageschäft richtet sich der Blick auf einzelne Präparate. Bei Xarelto und Eylea belasten ausgelaufene Patente weiter. Nubeqa gegen Prostatakrebs dürfte dagegen kräftig zugelegt haben, erwartet werden gut 959 Millionen Euro. Bald könnte das Medikament die Marke von einer Milliarde Euro pro Quartal erreichen. Auch Kerendia soll dynamisch gewachsen sein, die Analysten kalkulieren mit gut 345 Millionen Euro.
Charttechnik: Widerstand bei 50,50 Euro
Die Erholung begann Anfang Oktober, als die Aktie den 200-Tage-Durchschnitt erfolgreich testete. Nun steht sie an der Widerstandszone um 50,50 Euro, der vorherige Abwärtstrend ist beendet. Gelingt der Ausbruch, liegen die nächsten Ziele bei 53,92 und 58,70 Euro. Das Februar-Hoch 2023 bei 62,30 Euro wäre die obere Marke.
Rücksetzer sind nicht ausgeschlossen. Die Kurslücke von Freitag bei 47,96 Euro gilt als erster Anlaufpunkt. Erst ein Fall unter 40 Euro würde den Aufwärtstrend seit April 2025 brechen und eine Korrektur Richtung 33,60 Euro eröffnen.
Die Analystenkursziele liegen laut jüngster Erhebung zwischen 46 und 62 Euro. Am Dienstag zeigt sich, ob die Zahlen die Rally stützen oder die Aktie zunächst an der 50-Euro-Marke verschnaufen muss.
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