Bayer Aktie: 219 Millionen Euro Gewinn im Q2

Bayer meldet für das zweite Quartal 2026 ein EBITDA-Plus von 1,9 Prozent und kehrt in die Gewinnzone zurück. Die Agrarsparte treibt das Wachstum, während der Glyphosat-Streit an Schärfe verliert.

Auf einen Blick:
  • EBITDA steigt um 1,9 Prozent
  • Agrarsparte treibt Gewinnwachstum
  • Supreme Court-Urteil entlastet Bayer
  • Schuldenabbau: Zielband gesenkt

Bayer hat am Dienstag mit seinen Halbjahreszahlen für Bewegung gesorgt. Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern meldete für das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes EBITDA von 2,14 Milliarden Euro, ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz wuchs um 2 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Für das erste Halbjahr insgesamt stehen 24,3 Milliarden Euro Umsatz zu Buche, ein Anstieg von 3 Prozent, während das bereinigte EBITDA um 7 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zulegte. Unter dem Strich kehrte der Konzern in die Gewinnzone zurück: 219 Millionen Euro Gewinn standen einem Verlust von 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal gegenüber.

Agrarsparte als Wachstumstreiber

Den größten Beitrag lieferte die Agrarsparte Crop Science. Der Umsatz stieg um 5,5 Prozent, der operative Gewinn kletterte um 30 Prozent auf 902 Millionen Euro. Die Sparte erzielte im ersten Halbjahr eine EBITDA-Marge von 31 Prozent. Höhere Preise für Glyphosat sowie die Zulassung von Dicamba trugen zu dem Sprung bei. Die Pharmasparte kam dagegen auf einen Umsatz von 4,46 Milliarden Euro und zeigte ein zweigeteiltes Bild: Der Blutverdünner Xarelto verlor 42 Prozent an Umsatz, das Augenmedikament Eylea 33 Prozent – beide Präparate leiden unter auslaufenden Patenten und Konkurrenz durch Biosimilars. Die neueren Produkte Nubeqa und Kerendia wuchsen dagegen kräftig und fingen einen Teil der Rückgänge auf.

Bayer bestätigte trotz der Verschiebungen innerhalb des Portfolios seine Jahresprognose: Der Konzern peilt für 2026 einen währungsbereinigten Umsatz zwischen 45 und 47 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro an.

Glyphosat-Streit verliert an Schärfe

Rückenwind erhielt der Konzern zudem von der juristischen Front. Der US Supreme Court hatte bereits Ende Juni entschieden, dass Bayer für sein Unkrautvernichtungsmittel Roundup keine zusätzlichen Krebswarnungen anbringen muss – ein zentraler Baustein der jahrelangen Klagewelle in den USA. Am 19. August steht in Missouri eine Anhörung zu einem möglichen Vergleich an, der über 21 Jahre Kosten von bis zu 7,25 Milliarden Dollar umfassen könnte. Für Anleger ist das eine Kalkulationsgrundlage, die mehr Planungssicherheit verspricht als die bisherige Serie einzelner Gerichtsurteile.

Parallel arbeitet Bayer am Schuldenabbau. Die Nettofinanzverschuldung lag zuletzt bei 33,6 Milliarden Euro, das Zielband hat der Konzern nun von zuvor 32 bis 33 Milliarden auf 29 bis 30 Milliarden Euro gesenkt. Der Finanzinvestor Apollo steigt mit 3 Milliarden Euro ein, zusätzlich platzierte Bayer eine Anleihe über 5 Milliarden Dollar. Konzernchef Bill Anderson stellte in diesem Zusammenhang klar, dass eine Aufspaltung des Konzerns entgegen mancher Spekulation nicht geplant sei – er treibe stattdessen den laufenden Umbau entlang fünf definierter Prioritäten voran.

Analysten reagieren positiv, Markt bleibt volatil

JPMorgan-Analyst Richard Vosser bewertete die Geschäftszahlen als stark und verwies auf steigende Gewinnerwartungen für den Konzern. Die Reaktion am Aktienmarkt fiel deutlich aus: Der DAX insgesamt legte am Dienstag um 0,8 Prozent auf ein Rekordhoch von 26.202 Punkten zu, Bayer gehörte zu den Gewinnern der Sitzung.

Am gestrigen Handelstag schloss die Bayer-Aktie bei 48,40 Euro, ein Plus von 2,07 Prozent. Damit bleibt das Papier rund 10 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde – kurz nach der für Bayer günstigen Entscheidung des Supreme Court. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie trotz der jüngsten Konsolidierung ein Kursplus von knapp 31 Prozent zu Buche. Die Erholung nach den starken Quartalszahlen zeigt, dass Anleger die Kombination aus operativer Stärke im Agrargeschäft und nachlassendem Rechtsrisiko honorieren – die Anhörung in Missouri am 19. August dürfte der nächste Prüfstein für diese Einschätzung sein.

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