Trump hat Arzneimittelhersteller wieder ins Visier genommen. Diesmal geht es um Generika. Bayer bekommt die Folgen direkt zu spüren.
Der US-Präsident kündigte auf Truth Social neue Zölle für Generikahersteller an, die nicht in den USA produzieren. Ab Sommer 2028 sollen zunächst 100 Prozent Sonderabgabe fällig werden. Ein Jahr später steigt der Satz auf 200 Prozent. Bis dahin bleiben Generika zollfrei.
Zweite Zolldrohung binnen weniger Monate
Schon im Frühjahr hatte Trump einen 100-Prozent-Zoll auf patentgeschützte Markenmedikamente angekündigt, gestaffelt ab Ende Juli. Die neue Ankündigung trifft nun gezielt Generikahersteller. Bayer reagierte prompt: Die Aktie gab via XETRA 1,36 Prozent auf 46,97 Euro ab.
Trumps Kalkül dahinter: Die Zolldrohung soll Pharmakonzerne zwingen, Produktionsstätten in die USA zu verlagern. Wer sich weigert, soll bestraft werden. Als Begründung nennt der Präsident die hohen Arzneimittelpreise in den USA – Hersteller würden mit günstiger Auslandsproduktion den heimischen Wettbewerb verzerren, so sein Vorwurf.
Am Freitag schloss die Bayer-Aktie bei 46,01 Euro, ein Minus von 0,35 Prozent. Der Rückgang wirkt moderat. Auf Wochensicht steht dennoch ein Verlust von 4,48 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die Zollthematik die Anleger seit Tagen beschäftigt.
Analysten bleiben trotz Zollrisiko gelassen
Die politische Unsicherheit hat die Stimmung der Analysten bislang kaum getrübt. JPMorgan bestätigte die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 50 Euro. Die Bank sieht Umsatz- und Ebitda-Prognosen im Einklang mit dem Marktkonsens.
Zudem erwartet JPMorgan, dass Bayer seine Jahresziele bestätigt. Am 4. August 2026 will der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorlegen. Der Termin dürfte zeigen, wie stark die politische Unsicherheit bereits das operative Geschäft belastet.
Trotz der jüngsten Rücksetzer bleibt die Rally der vergangenen Monate intakt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 24,32 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Gewinn von 58,74 Prozent. Der Kurs notiert damit weiterhin deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend, auch wenn die Nervosität rund um die Zollpolitik zuletzt spürbar zugenommen hat.
Zwei Termine dürften die kommenden Wochen prägen: die konkrete Ausgestaltung der neuen US-Zölle und die Quartalszahlen am 4. August. Beide Ereignisse werden zeigen, ob Bayer die politische Belastung wegstecken kann, ohne dass die operative Entwicklung darunter leidet.
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