Bayer hat sich seit dem Jahrestief im November deutlich erholt und notiert nun mit einem Abstand von 87 Prozent über dieser Marke. Am Mittwoch gab die Aktie um 2,1 Prozent nach und schloss bei 48,14 Euro – ein Dämpfer, der die Erholung der vergangenen Monate aber nicht in Frage stellt. Seit Jahresbeginn steht weiterhin ein Plus von 30 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 79 Prozent.
Der Kurs bewegt sich damit rund 11 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das der Titel Anfang Juli erreicht hatte. Zum 50-Tage-Durchschnitt besteht weiterhin ein Aufschlag von knapp 7 Prozent, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet, auch wenn der jüngste Rücksetzer zeigt, dass die Bewertung nicht ohne Widerstand nach oben läuft.
Geschäftszahlen übertreffen Erwartungen
Auslöser der Kursrally war der Quartalsbericht vom 5. August. Bayer meldete für das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes EBITDA von 2,14 Milliarden Euro, ein Plus von 1,9 Prozent.
Der Konzernumsatz lag bei 10,74 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie übertraf die Markterwartungen. Für das erste Halbjahr 2026 wies Bayer ein höheres Nettoergebnis bei leicht rückläufigem Umsatz aus und bestätigte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr.
Nach Angaben von Handelsblatt und Bloomberg lieferte insbesondere die Agrarsparte einen positiven Überraschungseffekt, nachdem die Erwartungen dort zuvor gedämpft waren. Auch die Indien-Tochter des Konzerns steuerte einen höheren Quartalsgewinn bei, getragen von sinkenden Kosten.
Die operative Stabilisierung bildete die Grundlage für eine Reihe von Kurszielanhebungen Anfang August. Die DZ Bank hatte bereits am 4. August ihren fairen Wert für Bayer von 54 auf 60 Euro angehoben und die Einstufung „Kaufen“ bestätigt – als Begründung nannte das Institut damals die operative Stabilisierung sowie Fortschritte beim Schuldenabbau und bei den US-Rechtsrisiken.
Auch UBS und Deutsche Bank Research setzten ihre Kursziele im selben Zeitraum auf 60 beziehungsweise 62 Euro herauf und bestätigten jeweils die Kaufempfehlung. Jefferies blieb dagegen zurückhaltender und beließ die Einstufung bei „Hold“ mit einem Kursziel von 46 Euro.
Rechtsstreit bleibt Belastungsfaktor
Trotz der positiven Geschäftszahlen bleibt der Glyphosat-Rechtsstreit ein zentrales Risiko für die Aktie. Bayer und die US-Tochter Monsanto hatten gemeinsam mit den Klägeranwälten in Missouri eine Verschiebung der Anhörung zur Billigung des 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Roundup-Vergleichs beantragt. Nach mehreren Terminverschiebungen steht die Anhörung nun für den 14. September 2026 fest.
Bis dahin dürfte die Unsicherheit über den Ausgang des Verfahrens die Kursentwicklung mitbestimmen. Die Rechtsstreitigkeiten belasteten laut Unternehmensangaben auch im zweiten Quartal weiterhin das Ergebnis, trotz der operativen Verbesserungen in den Kerngeschäften.
Anleger dürften die kommenden Wochen daher genau beobachten – ein positiver Ausgang der Anhörung im September gilt als möglicher Katalysator für eine weitere Neubewertung der Aktie, während neue Verzögerungen oder Komplikationen das Erholungsnarrativ belasten könnten.
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