Die Aktie von Bayer hat in den vergangenen Wochen deutlich Stärke gezeigt und ist aus dem Kursbereich vom Anfang 2024 nach oben ausgebrochen. Im Zuge der jüngsten Nachrichten hat zudem die Volatilität spürbar zugenommen, was sich in deutlich stärkeren Tagesschwankungen widerspiegelt.
Investoren blicken gespannt auf die nächsten Schritte
Auslöser der jüngsten Marktbewegung war die Präsentation eines neuen Langfristplans am 17. Februar 2026, mit dem Bayer die seit Jahren schwelenden Roundup-Rechtsstreitigkeiten strukturiert beilegen will. Kern des Konzepts ist ein class-action-ähnlicher Vergleich mit Sitz in Missouri, der Non-Hodgkin-Lymphom-Fälle mit Roundup-Bezug abdecken soll, sofern diese vor dem 17. Februar 2026 entstanden sind. Das Programm ist auf eine Laufzeit von 21 Jahrenausgelegt und soll sowohl bestehende als auch künftige Ansprüche weitgehend bündeln. Vorgesehen sind gestaffelte Entschädigungen mit klar definierten Obergrenzen. Gleichzeitig behält sich Bayer das Recht vor, aus dem Vergleich auszusteigen, falls eine zu hohe Zahl von Klägern nicht teilnimmt. In der Praxis bedeutet das, dass eine sehr hohe Opt-in-Quote erforderlich ist, damit das Modell tatsächlich greift.
Parallel zur Vorstellung dieses Vergleichsplans kommunizierte Bayer eine massive Ausweitung der Rückstellungen. Die gesamten Litigation-Provisions belaufen sich nun auf 11,8 Mrd. Euro, nachdem zuvor 7,8 Mrd. Euro bilanziert waren. Davon entfallen rund 9,6 Mrd. Euro auf Glyphosat- und Roundup-Themen, etwa 1,9 Mrd. Euro auf PCB-Rechtsstreitigkeiten, während der verbleibende Betrag kleinere Verfahren abdeckt. Besonders belastend ist der kurzfristige Cash-Effekt. Für das Jahr 2026 erwartet Bayer rund 5 Mrd. Euro an zahlungswirksamen Ausgaben, die sich aus einer größeren Einmalzahlung im Rahmen des neuen Vergleichs sowie aus ersten laufenden Raten zusammensetzen. Entsprechend machte das Management deutlich, dass der Free Cashflow im kommenden Jahr negativ ausfallen wird.
Der nächste entscheidende Prüfstein folgt bereits in Kürze. Bayer wird seine Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am 24. beziehungsweise 25. Februar 2026 vorlegen. Der Marktkonsens rechnet für das Schlussquartal mit einem Umsatz von etwa 11,2 bis 11,3 Mrd. Euro sowie einem bereinigten EBITDA von rund 1,9 bis 2,0 Mrd. Euro. Im Mittelpunkt des Earnings-Calls dürften jedoch weniger die reinen Ergebniszahlen stehen als vielmehr die konkrete Ausgestaltung der neuen Rückstellungen, deren bilanzielle Behandlung sowie der Ausblick auf 2026 unter Berücksichtigung der anstehenden Litigation-Zahlungen.
Bayer AG-Aktie im Chart-Check
Bayer hat seit Anfang/Mitte letzten Jahres deutliche Stärke gezeigt und diese bis heute fortgesetzt. Kurzzeitig kam es zu einer kleineren Seitwärtsphase, jedoch wurden alle Widerstände auf der Oberseite gebrochen und fungieren nun als Unterstützungszonen, wie zum Beispiel der Bereich zwischen 36,45 und 37,95 Euro. Dabei spielen auch die aktuellen Tiefs eine wichtige Rolle. Sollte der Kurs unter die Schwelle von rund 43 Euro fallen, könnte es zu einem Rücklauf in Richtung der Unterstützungszone und damit zu fallenden Kursen kommen. Stabilisiert sich der Markt jedoch auf dem aktuellen Niveau, könnte das nächste größere Ziel an der Widerstandszone bei rund 63 Euro liegen. Auf dem Weg dorthin kann es immer wieder zu Rücksetzern kommen. Solange jedoch keine neuen Tiefs ausgebildet werden, bleibt der übergeordnete Trend intakt. Hier die Bayer-Aktie im Tageschart.
Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/61MiIPMi/
An der aktuellen Schwelle würde ich weder kaufen noch verkaufen. Zwar könnte sich bei einem Unterschreiten der zuvor genannten Tiefs eine Verkaufschance ergeben, diese würde ich hier jedoch nicht handeln. Damit würde man sich gegen den starken Aufwärtstrend stellen.
Für Kaufchancen würde ich abwarten, bis es zu einem Rücksetzer kommt. Sollte dieser Rücksetzer beispielsweise die Unterstützungszonen anlaufen und dort Kaufkraft in den Markt kommen, wäre das eine spannende Gelegenheit, um von möglichen weiteren Kursanstiegen zu profitieren.
Ihr Konrad
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