BAWAG hat das erste Quartal 2026 mit 232 Millionen Euro Nettogewinn abgeschlossen, 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie lag bei 3,00 Euro, die Kernerlöse kletterten auf 578,9 Millionen Euro, das sind 8,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Kostenquote fiel auf 32,5 Prozent, nach 37,0 Prozent im ersten Quartal 2025. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der abgeschlossenen Knab-Integration und der laufenden Synergien aus der easybank-Übernahme in Deutschland.
Der RoTCE von 27,6 Prozent liegt weit über dem eigenen Zielwert von mehr als 20 Prozent. CEO Anas Abuzaakouk spricht von einem „sehr starken“ operativen Ergebnis, und da hat er schlicht recht. Die CET1-Quote steht bei 15,0 Prozent, inklusive eines laufenden Beteiligungsverkaufs sogar bei 15,4 Prozent. Überschusskapital von 650 Millionen Euro über dem 12,5-Prozent-Ziel.
Irland ruft, die Dividende schweigt
Nun aber zum Haken. Am 14. April 2026 hat BAWAG ein empfohlenes Barangebot für die irische Permanent TSB abgegeben, kurz PTSB. Die Übernahme soll BAWAG über die 100-Milliarden-Euro-Marke bei der Bilanzsumme heben, mehr als fünf Millionen Kunden in sieben Ländern, ein echter Sprung in Richtung paneuropäische Bank.
Demnach soll der Deal vollständig aus eigener Kraft finanziert werden. Was das konkret bedeutet: Für die Gewinne des ersten Halbjahres 2026 gibt es keine Dividende. Die mögliche Ausschüttung ist auf die Ergebnisse der zweiten Jahreshälfte begrenzt, also auf rund 500 Millionen Euro. Dazu kommen RWA-Optimierungen, darunter Kreditschutzlösungen, die rund 50 Basispunkte Kapital im ersten Halbjahr bringen sollen. Reicht das nicht, stehen weitere Dividendenanpassungen oder eine Kapitalerhöhung im Raum.
BAWAG Group AG Aktie Chart
Rechnung mit Unbekannten
BAWAG rechnet damit, dass PTSB bis 2028 mehr als 250 Millionen Euro Nettogewinn beisteuert und mehr als 20 Prozent EPS-Verwässerungsschutz bietet. Die Transaktion sei, so die Aussage, mehr als doppelt so kapitaleffizient wie ein Aktienrückkauf. Das ist eine mutige Rechnung, denn sie setzt Zulassungen durch Aktionäre und Regulierer voraus, und irische Bankentransaktionen haben schon öfter länger gedauert als geplant.
Das Jahresziel von mehr als 960 Millionen Euro Nettogewinn für 2026 bekräftigt BAWAG jedenfalls. Die mittelfristigen Ziele sollen zum Jahresende aktualisiert werden, eben abhängig vom PTSB-Abschluss. Wer als Anleger auf die Dividende gesetzt hatte, wartet nun auf die zweite Jahreshälfte. Und wer auf Wachstum setzt, bekommt Dublin dazu.
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