Basler hat gerade eine der stärksten Halbjahresbilanzen seiner Geschichte vorgelegt und die Jahresprognose deutlich angehoben. Die Aktie reagierte trotzdem mit einem Kursrutsch. Der Grund: Der Markt hatte die guten Nachrichten längst eingepreist.
Der Bildverarbeitungsspezialist aus Ahrensburg peilt für das laufende Jahr nun einen Umsatz zwischen 270 und 290 Millionen Euro an – ein Plus von bis zu 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der EBIT-Marge rechnet das Unternehmen mit 12,5 bis 14,5 Prozent, nach knapp acht Prozent im Vorjahr. Nachbörslich am Dienstag legte die Aktie noch kräftig zu, am Mittwochmorgen zum Xetra-Start ging es zunächst weiter nach oben.
Die Euphorie hielt nicht lange. Nach einem Fehlausbruch über den seit Ende Juni bestehenden Abwärtstrend drehte der Kurs ins Minus und büßte zeitweise 5,5 Prozent ein. Rund eine Stunde nach Handelsbeginn notierte die Aktie bei 24,55 Euro, gut vier Prozent unter dem Vortagesschluss.
Warum die guten Zahlen nicht reichen
Die von Bloomberg befragten Analysten hatten im Schnitt bereits einen Jahresumsatz von rund 280 Millionen Euro erwartet – exakt die Mitte der neuen Zielspanne. Auch bei der Marge lagen die Schätzungen schon am oberen Ende dessen, was Basler nun offiziell in Aussicht stellt. Die Prognoseanhebung kam für den Markt damit kaum überraschend, was den anfänglichen Kursschub schnell verpuffen ließ.
Jefferies-Analyst Martin Comtesse sieht das Unternehmen dennoch in einer komfortablen Lage: Die Nachfrage ziehe weiter an, selbst das obere Ende der neuen Zielspanne sei aus seiner Sicht noch konservativ. Sein Punkt ist ein anderer: Basler kommt mit dem Absatz dem eigenen Auftragsbestand nicht mehr hinterher. Das Angebot, nicht die Nachfrage, wird zum limitierenden Faktor.
Die Halbjahreszahlen selbst untermauern die Wachstumsdynamik. Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 152 Millionen Euro, das EBIT vervierfachte sich nahezu auf rund 31 Millionen Euro. Die operative Marge kletterte von 7,7 auf 20,4 Prozent – deutlich über der für das Gesamtjahr angepeilten Spanne. Der Auftragseingang legte mit 59 Prozent auf 180 Millionen Euro sogar noch stärker zu als der Umsatz.
Lieferkette als Bremsklotz
Genau hier liegt das Risiko, das Anleger derzeit umtreibt. Ein Erdbeben in der japanischen Region Kumamoto hat die Produktion bei Sony beeinträchtigt, einem der wichtigsten Lieferanten für Bildsensoren. Basler rechnet nach eigenen Angaben bis Mitte August mit spürbaren Einschränkungen bei der Sensorproduktion.
Da die Sicherheitsbestände in der Lieferkette wegen der hohen Nachfrage der vergangenen Monate bereits weitgehend abgebaut sind, erwartet das Unternehmen zusätzliche Belastungen für die Produktionsmengen im September und Oktober. Der Auftragsbestand ist da – die Fähigkeit, ihn abzuarbeiten, steht vorübergehend infrage.
Im bisherigen Jahresverlauf steht die Basler-Aktie trotz des aktuellen Rücksetzers noch mit rund 60 Prozent im Plus. Vom Jahreshoch bei knapp 32 Euro aus Mitte Juni ist der Kurs allerdings inzwischen spürbar entfernt. Ob sich die Lieferkettenengpässe wie angekündigt bis Herbst auflösen, dürfte darüber entscheiden, ob Basler die nun angehobene Prognose auch tatsächlich einhalten kann.
Basler-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Basler-Analyse vom 05. August liefert die Antwort:
Die neusten Basler-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Basler-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
