Liebe Leserin, lieber Leser,
die Chemie-Riesen BASF und Bayer erlebten zwei ganz unterschiedliche Wochen an der Börse. Während die BASF-Aktie seit Montag kontinuierlich an Wert verlor, hat Wettbewerber Bayer zwischenzeitlich einen kleinen Höhenflug erlebt, allerdings einen extrem kurzlebigen. Denn längst sind die Leverkusener wieder von der Realität eingeholt worden, auch deren Papiere lagen am Mittwoch auf Wochensicht wieder im Minus, erholten sich jedoch zuletzt wieder. Wie es mittelfristig weitergeht? Die Analysten sind völlig uneins, bei beiden Aktien.
Glyphosat-Vergleich lässt Bayer-Aktie rotieren
Tatsache ist, dass die Bayer-Aktie am Dienstag von zuvor knapp 46 bis auf 49,89 Euro angezogen hatte, ein Plus von rund neun Prozent. Am Mittwoch allerdings erlebten die Papiere bereits wieder einen veritablen Absturz auf zunächst 43,37 Euro, bevor die Aktie sich wieder fing und aktuell bei 45,50 Euro notiert.
Hintergrund des irren Auf und Ab war der Versuch eines Befreiungsschlags im Rechtsstreit um Bayers Unkrautvernichter Glyphosat in den USA. In einem erneuten, außergerichtlichen Vergleich sei man bereit, bis zu 7,25 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von 21 Jahren an bestehende und neue Kläger zu zahlen, wie der Konzern am Dienstag mitgeteilt hatte. Doch was hat das für das Unternehmen zu bedeuten?
Bayer-Kursziele liegen zwischen 42 und 54,50 Euro
So unentschieden wie die Anleger, die die Bayer-Aktie erst anspringen und dann wieder fallen ließen, zeigen sich auch die Analysten. Dies wird durch die Kursziele deutlich, die laut finanzen.net am Mittwoch für die Papiere aufgerufen worden waren. Zwischen prognostizierter Erholung und erwartetem Absturz war alles dabei:
- DZ-Bank: 42 Euro, -8,89%
- JP Morgan: 50,00 Euro, +9,54%
- UBS: 32,00 Euro, -29,89%
- Goldman Sachs: 54,50 Euro, +19,40%
DZ-Bank senkte Prognose, Goldman Sachs nicht
Die DZ Bank etwa hatte den fairen Aktienwert für Bayer von 51 auf 42 Euro gesenkt und die Papiere von „Kaufen“ auf „Verkaufen“ abgestuft. Aus Sicht von Analyst Peter Spengler ist der Glyphosat-Vergleich in den USA ein „teuer erkaufter Schritt zu mehr Planungssicherheit“, wie er am Mittwoch schrieb. Die UBS ist bei ihrer Prognose noch skeptischer. Das war die schweizer Großbank allerdings bereits davor. Sprich: Sie hat ihr niedriges Kursziel von 32 Euro beibehalten.
Die Gegenposition besetzt die US-Investmentbank Goldman Sachs, die ihre Einstufung für Bayer anlässlich des Glyphosat-Vergleichs mit einem Kursziel von 54,50 Euro auf „Buy“ belassen hat. Dies wäre, vorbehaltlich der gerichtlichen Zustimmung, ein wichtiger Schritt, um die Akten in den jahrelangen Rechtsstreitigkeiten wegen des Unkrautvernichters endlich zu schließen, und den Fokus wieder auf das operative Geschäft zu lenken, argumentierte James Quigley.
Analysten rätseln auch bei BASF-Aktie
Eine große Hilfe sind die Analysten bezüglich Bayer für Anleger also nicht. Das gilt jedoch genauso für den Ludwigshafener Konkurrenten BASF. Zur Bestätigung nachfolgend die Einschätzungen zur Aktie aus den vergangenen zwei Wochen:
- Berenberg Bank: 48,00 Euro, -2,64%
- UBS: 48,00 Euro, -2,64%
- Goldman Sachs: 62,00 Euro, +25,76%
- Bernstein Research: 53,00 Euro, +7,51%
Die Privatbank Berenberg und die UBS sehen die BASF-Aktie mit ihrer aktuellen Bewertung von knapp 49 Euro also am Limit. Die jüngste Kursrally in der Chemiebranche sei nicht durch fundamentale Daten gestützt, insbesondere nicht im Untersektor der diversifizierten Chemieunternehmen, begründete UBS-Analyst Geoff Haire in einer am Montag vorliegenden Studie seine „Halten“-Empfehlung.
US-Analystin hob Kursziel für BASF an
Ganz anders sieht es Georgina Fraser von der US-Investmentbank Goldman Sachs: Sie hatte das Kursziel für BASF in der vergangenen Woche sogar von 48 auf 62 Euro angehoben, die Einstufung auf „Buy“ belassen. Die Stimmung sei zwar noch schlecht, aber es gebe erste Anzeichen der Wirtschaftsbelebung und Besserung des Branchenumfelds, so Fraser. Nun liegt es also an den Anlegern selbst, zu entscheiden, welchen Einschätzungen sie eher Glauben schenken mögen.
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