BASF setzt seine Kapitalmaßnahmen konsequent fort. Der Vorstand kündigte Ende Juli an, im dritten Quartal Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen. Ziel ist ein Single-A-Kreditrating. Gleichzeitig läuft ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,0 Milliarden Euro, das bis April 2027 reicht.
Die beiden Maßnahmen zeigen, wie der Ludwigshafener Konzern seine Finanzstruktur nach dem Abschluss der Coatings-Transaktion mit Carlyle neu ordnet. Ende Juni war der Verkauf des Lackgeschäfts an den Finanzinvestor mit einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro abgeschlossen worden, BASF hält seither eine 40-prozentige Eigenkapitalbeteiligung an der ausgegliederten Einheit Surventis.
Der daraus resultierende Mittelzufluss vor Steuern von 5,8 Milliarden Euro schafft den finanziellen Spielraum für die parallele Schuldenreduzierung und die Fortsetzung der Ausschüttungen an Aktionäre.
Rückkauf läuft, Gesamtvolumen wächst
Das aktuelle Programm ist Teil eines im September 2024 angekündigten Gesamtvolumens von 4 Milliarden Euro, das bis Ende 2028 laufen soll. Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte BASF bereits 1,5 Milliarden Euro in eigene Aktien investiert.
Im aktuellen Programmabschnitt erwarb das Unternehmen zwischen dem 17. und 21. August weitere 557.966 eigene Aktien. Der Kurs bewegt sich derzeit bei 52,81 Euro und liegt damit rund 4,1 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro vom 14. April, das die Aktie im laufenden Rückkaufzyklus markiert hat.
Die Kombination aus Schuldenabbau und Aktienrückkauf signalisiert Anlegern, dass BASF trotz der milliardenschweren Transaktionen über ausreichend finanzielle Flexibilität verfügt. Das angestrebte Single-A-Rating würde die Finanzierungskosten des Konzerns langfristig senken – ein Aspekt, der angesichts der kapitalintensiven Chemieproduktion besonderes Gewicht hat.
Personalie und operative Fortschritte flankieren die Strategie
Der Aufsichtsrat verlängerte im August das Mandat von Katja Scharpwinkel bis 2030. Sie ist seit Februar 2024 Vorstandsmitglied, Arbeitsdirektorin und Standortleiterin in Ludwigshafen und bleibt damit für die Konzernzentrale und Personalfragen zuständig – eine Kontinuitätsentscheidung in einer Phase größerer struktureller Umbauten.
Operativ meldete BASF im August zwei Fortschritte im Digital- und Innovationsbereich: die offizielle Eröffnung eines Performance Labs für Windeln und Superabsorber in Mumbai sowie den nordamerikanischen Marktstart von xarvio CONNECT 2.0, einem tragbaren Gerät für den sicheren Datenaustausch in der Landwirtschaftstechnik. Beide Projekte sind für sich genommen nicht kursrelevant, unterstreichen aber die Breite des BASF-Portfolios jenseits der Kernchemie.
Für Anleger bleibt die Gemengelage aus Schuldenabbau, laufendem Rückkauf und stabiler Führungsstruktur der maßgebliche Rahmen. Die Aktie notiert derzeit rund 6,3 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 49,67 Euro, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die angestrebte Ratingverbesserung tatsächlich gelingt und sich in günstigeren Finanzierungskonditionen niederschlägt.
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