BASF hat am Mittwoch die endgültigen Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt — und die Börse reagierte prompt. Die Aktie legte nach Handelsstart um rund 3 Prozent zu. Der Grund: Der Konzernumbau unter Vorstandschef Markus Kamieth zeigt messbare Fortschritte, und der Vorstand bestätigte das bereits vor zwei Wochen angehobene Jahresziel.
Gewinn schießt nach oben
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 16,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, getrieben von höheren Preisen und Mengen. Das bereinigte Ebitda legte um gut die Hälfte auf 2,45 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von gut 4,1 Milliarden Euro — nach nur 79 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Der Sprung geht vor allem auf den Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an den US-Investor Carlyle zurück, den BASF Ende Juni abgeschlossen hat. Die restlichen 40 Prozent des neuen Gemeinschaftsunternehmens Surventis bleiben bei BASF. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand ein bereinigtes Ebitda zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro an, nach 6,6 Milliarden Euro im Vorjahr.
Ludwigshafen wird schlanker
Beim Stellenabbau hat BASF das Tempo verschärft: Im ersten Halbjahr 2026 wurden mehr Stellen gestrichen als in den beiden Vorjahren zusammen. Seit Januar 2024 sank die weltweite Mitarbeiterzahl um rund 7.000 — Verkäufe von Unternehmensteilen und der Aufbau am neuen Standort Zhanjiang in China sind darin nicht enthalten.
Im Stammwerk Ludwigshafen fiel die Zahl der Vollzeitstellen im Mai erstmals seit 1954 unter 30.000. Parallel dazu stieg der Anteil hoch wettbewerbsfähiger Produktionseinheiten am Standort von 78 auf 88 Prozent. Bis Ende 2026 will der Konzern auf diesem Weg jährliche Kosten von 2,3 Milliarden Euro einsparen.
Rückkäufe, Schuldenabbau und Rückzug aus Harbour Energy
Ab August startet BASF ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro, das bis Ende April 2027 laufen soll. Es ist Teil des im September 2024 angekündigten Gesamtprogramms über vier Milliarden Euro bis 2028 — eingebettet in eine geplante Ausschüttung von insgesamt zwölf Milliarden Euro an die Aktionäre bis 2028, davon acht Milliarden Euro als Dividenden. Zwischen November 2025 und Juni 2026 hat BASF bereits Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft.
Zusätzlich will der Konzern seine Nettoverschuldung reduzieren. Im dritten Quartal sollen Anleihen und Darlehen im Volumen von 1,6 Milliarden Euro zurückgezahlt werden.
Ein weiteres Stück Portfoliobereinigung betrifft die Beteiligung am britischen Öl- und Gaskonzern Harbour Energy. BASF hat den Anteil seit März von mehr als 41 auf unter 25 Prozent gesenkt und dabei über 800 Millionen Euro erlöst. Die verbliebene Beteiligung ist nach Konzernangaben noch rund eine Milliarde Euro wert — Kamieth bestätigte, auch diese Position „unter Berücksichtigung der Wertentwicklung“ abbauen zu wollen. Der Anteil war 2024 im Zuge des Verkaufs der Wintershall-Dea-Upstream-Aktivitäten an Harbour Energy entstanden, nachdem ein eigener Börsengang zuvor an den Marktbedingungen gescheitert war.
Für das zweite Halbjahr bleibt der Vorstand vorsichtig. Wie stark sich die Weltkonjunktur entwickelt, hängt aus Sicht des Managements maßgeblich von den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ab — insbesondere davon, ob die Straße von Hormus für den Öl- und Rohstoffhandel offen bleibt. Der freie Finanzmittelzufluss soll trotz dieser Unsicherheit im laufenden Jahr zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro liegen, deutlich über dem Vorjahreswert von 1,3 Milliarden Euro.
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