BASF Aktie: Verlust am Freitag im Marktsog

Symbolbild, KI-generiert

Im dritten Quartal legten BASFs EBITDA vor Sondereinflüssen und Umsatz zu; die nächsten Zahlen sollen die Beständigkeit des Fortschritts zeigen.

Auf einen Blick:
  • EBITDA steigt um 15 Prozent
  • Umsatz wächst auf 16,4 Milliarden Euro
  • Deutsche Bank senkt Kursziel auf 53 Euro
  • Evonik hält an Angebotsablehnung fest

Der Marktdruck erhöht die Bewährungsprobe

BASF geriet gestern in den Sog des schwachen deutschen Aktienmarkts; die Tagesveränderung betrug -2,9%. dpa-AFX verwies auf Sorgen über mögliche Folgen der US-Midterm-Wahl für Zölle sowie auf den Nahostkonflikt und Investitionen in KI-Infrastruktur. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, ob die operative Verbesserung genügend Rückhalt für die weitere Entwicklung bietet.

Die Entscheidung hängt vor allem an der Ertragskraft. Wer auf eine günstigere Entwicklung setzt, muss darauf vertrauen, dass BASF das jüngste Ergebniswachstum fortsetzen kann. Eine vorsichtigere Einschätzung gewinnt dagegen an Gewicht, falls das belastete Marktumfeld auch die operative Entwicklung bremst. Entscheidend wird deshalb, wie belastbar die Verbesserung im weiteren Geschäftsverlauf bleibt.

Anknüpfungspunkte bietet das Unternehmen: Neben höheren Geschäftszahlen stehen eine in Betrieb genommene Kapazitätserweiterung und ausgezeichnete Anwendungen im Automobilbereich. Für eine positive Einschätzung müssten sich solche operativen Fortschritte jedoch auch wirtschaftlich auszahlen.

Das operative Ergebnis setzt den Maßstab

Im dritten Quartal 2026 erzielte BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 1,6 Milliarden Euro. Das entsprach einem Anstieg um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Diese Kennzahl bildet den sinnvollsten Prüfstein für die weitere Entwicklung, weil sie den operativen Ergebnisfortschritt sichtbar macht.

Für die Bewertung kommt es darauf an, ob BASF an dieses Wachstum anschließen kann. Ein einzelnes stärkeres Quartal liefert einen Ausgangspunkt; tragfähiger würde die positive Einschätzung, wenn weitere Ergebnisse dieselbe Richtung bestätigen. Anleger sollten deshalb das Zusammenspiel von Geschäftsausweitung und Ergebnisentwicklung stärker gewichten als einzelne Produktmeldungen.

Der Umsatz stieg im selben Berichtszeitraum um 14 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Die vor gut einer Woche angehobene Jahresprognose verstärkt damit die Erwartung, dass BASF die Verbesserung im weiteren Verlauf unterlegen kann.

Kapazitäten und Anwendungen könnten Wachstum stützen

Für das günstigere Szenario sprechen konkrete operative Schritte. BASF nahm am 27. Oktober die erweiterte Produktionskapazität für Alkylpolyglucoside in Cincinnati, Ohio, in Betrieb. Die Erweiterung könnte das Geschäft unterstützen, sofern BASF die zusätzlichen Kapazitäten wirtschaftlich nutzen kann.

Auch die Zusammenarbeit entlang der Anwendungskette liefert Ansatzpunkte. Die BASF-Tochter trinamiX stellte am 30. Oktober mit Eurofins Agro Testing einen gemeinsamen Ansatz für die Futteranalyse vor. Dabei verbindet das Angebot mobile NIR-Spektroskopie von trinamiX mit Kalibriermodellen des Partners. Ein wirtschaftlicher Beitrag hinge davon ab, wie sich der Ansatz bei Kunden durchsetzt.

Am Donnerstag erhielten zudem BASF, Stellantis und L&L Products einen SPE Automotive Innovation Award für eine Tunnelverstärkung des Jeep Grand Cherokee. BASF, Toyota und Vuteq wurden für die thermoplastische Ladefläche des Toyota Tacoma ausgezeichnet. Solche Anwendungen sprechen für weitere Geschäftsmöglichkeiten, sofern aus der technischen Zusammenarbeit wirtschaftlich attraktive Nachfrage entsteht.

Die Analystenabstufung mahnt zu strengeren Maßstäben

Ein Gegenargument zur optimistischen Lesart lieferte Deutsche Bank Research am 26. Oktober. Das Haus stufte BASF von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 60 auf 53 Euro.

Für Anleger erhöht diese damalige Neubewertung die Bedeutung einer klaren Ergebnisbestätigung. Die vorsichtigere Haltung würde an Gewicht gewinnen, falls BASF das jüngste Wachstum nicht fortsetzen kann. Zusätzliche Kapazitäten und neue Anwendungen wären dann daran zu messen, welchen Beitrag sie tatsächlich zur Ertragskraft leisten.

Daneben bleibt die mögliche Evonik-Übernahme ein Unsicherheitsfaktor. Evonik hatte das BASF-Angebot vor gut einer Woche abgelehnt. Am Donnerstag bekräftigte Interimschef Claus Rettig gegenüber der FAZ die Ablehnung; Evonik zufolge hatte BASF 24 Euro je Aktie geboten. Eine positive Anlageeinschätzung sollte deshalb auf dem bestehenden Geschäft aufbauen, solange eine Einigung offen ist.

Die nächsten Zahlen müssen Fortschritte bestätigen

Solange BASF das operative Ergebniswachstum fortsetzen und die angehobene Prognose erfüllen kann, bleibt eine günstigere Entwicklung plausibel. Medienberichten zufolge liegt die Zielspanne für das bereinigte EBITDA bei 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro.

Kippt dagegen die Ergebnisdynamik, würde die vorsichtigere Bewertung an Gewicht gewinnen. Dann müssten neue Anwendungen und Kapazitäten einen überzeugenderen wirtschaftlichen Beitrag liefern, um die positive Perspektive zu stützen.

Der nächste konkrete Prüfpunkt sind die Ergebnisse für das vierte Quartal 2026. BASF will sie voraussichtlich am 26.02.2027 veröffentlichen. Für Anleger zählt dabei vor allem, ob das Unternehmen die jüngste Verbesserung bestätigen und damit eine belastbare Grundlage für die weitere Entwicklung schaffen kann.

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