Wer am Donnerstag die BASF-Zahlen zum ersten Quartal 2026 aufmachte und nur auf den Nettogewinn schaute, war kurz versucht zu nicken. 927 Millionen Euro, gut 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Doch dann kam der zweite Blick.
Umsatz, Preise, Währungen, alles drückt
Der Umsatz fiel um 3 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Volumenseitig lief es noch ganz ordentlich, plus 4,3 Prozent konzernweit. Aber die Preise gaben nach, minus 1,2 Prozent, und der Währungsgegenwind kostete weitere 5,6 Prozent. CFO Dirk Elvermann sagte dazu, ohne den Währungseffekt von mehr als 100 Millionen Euro wäre das EBITDA vor Sonderposten auf Vorjahresniveau gelegen. Das stimmt. Hilft den Anlegern aber nur bedingt, denn der Dollar und der chinesische Renminbi werden nicht auf BASF-Wunsch aufwerten.
Das EBITDA vor Sonderposten sank um knapp 6 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Besonders im Chemicals-Segment drückte es: minus 30,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Globale Überkapazitäten, niedrigere Feedstock-Kosten, höhere Anlaufkosten für den neuen Verbundstandort in Zhanjiang. Das ist kein Quartalsrauschen, das ist struktureller Druck.
Der Gewinnsprung hat einen Namen
Der Anstieg beim Nettogewinn klingt gut, hat aber einen Namen: Wintershall Dea. Die Dividendenzahlung aus der Beteiligung stützte das Ergebnis, und die Vorjahreszahlen wurden zudem wegen des geplanten Verkaufs des Automotive-Coatings-Geschäfts an Carlyle neu aufgestellt. Beides zusammen macht den Vergleich etwas weniger aussagekräftig, als er auf den ersten Blick wirkt.
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Zhanjiang wächst, kostet aber auch
Immerhin: Der neue Verbundstandort in China nimmt Fahrt auf. Der Steamcracker startete planmäßig Anfang Januar, die Volumina im Petrochemicals-Segment stiegen um gut 15 Prozent. Langfristig ist das der strategisch richtige Zug. Kurzfristig drückt der Anlauf auf Margen und Cashflow, der freie Cashflow lag bei minus 1,375 Milliarden Euro im Quartal.
Ausblick bleibt, Unsicherheit auch
CEO Markus Kamieth und sein Vorstand bestätigten die Jahresziele: EBITDA vor Sonderposten zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro, freier Cashflow zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig räumt BASF ein, dass die Annahmen zum globalen Wirtschaftswachstum möglicherweise zu optimistisch sind, der Ölpreis wegen des Nahost-Konflikts höher ausfallen könnte und der Dollar gegenüber dem Euro aufwerten könnte.
Die Bandbreite der Jahresziele ist ohnehin breit genug, um viel aufzufangen. 800 Millionen Euro Spielraum beim EBITDA lassen sich nicht so leicht verfehlen. Ob das Trost oder Kalkül ist, darf jeder selbst entscheiden.
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