Der Chemiekonzern BASF erschließt mit seinen Hochleistungskunststoffen neue Technologiefelder. Das Unternehmen weitet das Anwendungsspektrum seines Ultrason-Portfolios gezielt für elektrische und elektronische Bauteile aus.
Im Fokus stehen dabei Komponenten für künstliche Intelligenz in Rechenzentren, Hochgeschwindigkeitsinternet sowie Anwendungen in der Elektromobilität. An den Märkten zeigt sich die Aktie am heutigen Dienstag vorbörslich zunächst verhalten: Der Kurs notiert bei 50,15 Euro, was einem leichten Minus von 0,4 Prozent entspricht.
Fokus auf zukunftsträchtige Spezialwerkstoffe
Konkrete Umsatz- oder Ergebnisziele nannte BASF für die erweiterte Sparte zwar nicht, dennoch unterstreicht der Vorstoß die Absicht, an weltweiten Wachstumsfeldern wie der digitalen Infrastruktur zu partizipieren. Der Schritt fügt sich in eine Reihe jüngster Produktinitiativen ein.
Erst Ende September erweiterte der Konzern das Ultradur-Portfolio um Varianten auf Basis von Post-Consumer-PET für technische Kunststoffe. Zuvor hatte das Unternehmen zudem Bindemittel für Papierstreichfarben mit reduziertem CO2-Fußabdruck vorgestellt, deren Wert laut Konzernangaben 20 bis 45 Prozent unter konventionellen Produkten liegt.
Parallel zu den Werkstoffinnovationen laufen interne Umstrukturierungen. Vor rund zwei Wochen kündigte BASF einen Umbau der Sparte Agricultural Solutions an; seither verbuchte der Titel einen Rückgang von 4,0 Prozent. Bei den Agraraktivitäten hat Leta LaRush zum 1. Oktober die Leitung des US-Geschäfts angetreten, während die globale Neuaufstellung am 1. Januar 2027 wirksam werden soll.
Übernahme-Spekulationen und anstehende Geschäftszahlen
Für anhaltende Aufmerksamkeit sorgt zudem die anorganische Wachstumsstrategie in Ludwigshafen. Ende September bestätigte BASF Sondierungsgespräche mit der Evonik Industries AG und deren Großaktionärin RAG-Stiftung über eine mögliche Übernahme von Evonik. Der Konzern betonte dabei, dass Fortgang und Ausgang der Gespräche vollkommen offen seien.
Laut Reuters hatte Evonik zuvor eine unverbindliche Offerte für sämtliche Aktien erhalten. Medienberichten zufolge wies die Führung von Evonik das Gebot von rund 22,15 Euro je Aktie jedoch als zu niedrig zurück. BASF selbst äußerte sich nicht zu dem genannten Preis.
Fundierte Einblicke in den laufenden Geschäftsbetrieb erwarten Investoren in Kürze direkt aus dem Unternehmen. Der Konzern mit einer Marktkapitalisierung von 42,98 Milliarden Euro plant am 28. Oktober um 7:00 Uhr MEZ die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026. Dieser Bericht dürfte zeigen, wie sich das operative Geschäft vor dem Hintergrund der strategischen Weichenstellungen entwickelt hat.
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