BASF Aktie: Sondiert Evonik-Übernahme mit RAG-Stiftung

Symbolbild, KI-generiert

Neue Recyclingwerkstoffe und Gespräche über Evonik prägen BASFs Strategie; die mögliche MDI-Anlage in Gujarat bleibt von Prüfungen abhängig.

Auf einen Blick:
  • Neue Compounds mit bis zu 30 Prozent PET-Rezyklat
  • Papierbinder mit geringerem CO₂-Fußabdruck eingeführt
  • BASF prüft MDI-Großinvestition in Gujarat
  • Sondierungen zu Evonik bleiben ergebnisoffen

Rezyklat-Lösungen und nachhaltige Materialien

Am Mittwoch hat die BASF SE ihr Ultradur®-Portfolio erweitert. Der Konzern führt neue glasfaserverstärkte PBT/PET-Compounds ein, die einen Anteil von bis zu 30 % Post-Consumer-Rezyklat aus PET enthalten. Diese Werkstoffe sind für technische Anwendungen gedacht, insbesondere für strukturelle Automobilbauteile. Zudem brachte das Unternehmen am 23. September neue Papierstreichbinder auf den Markt, deren Product Carbon Footprint um 20 % bis 45 % unter dem konventioneller Erzeugnisse liegt. In Kooperation mit dem Partner BOOXit stellte BASF überdies den Kunststoff Ultramid B3K BK00464 als Material für wiederverwendbare Transportboxen vor.

Mit diesen Schritten baut der Konzern das Angebot an ressourcenschonenden Produkten für industrielle Kunden aus. Die Nachfrage nach Werkstoffen mit geringerem CO2-Ausstoß und zertifizierten Recyclinganteilen gewinnt in Schlüsselbranchen wie dem Fahrzeugbau und der Verpackungsindustrie zunehmend an Bedeutung.

Vom 28. September bis 1. Oktober präsentierte BASF zudem Forschungsergebnisse auf dem IFSCC-Kongress im australischen Perth. Die dort vorgestellten wissenschaftlichen Arbeiten befassten sich mit nachhaltigen Extraktionsverfahren und innovativen Lösungen für die Hautregeneration.

Standortprüfung im indischen Bundesstaat Gujarat

Auf internationaler Ebene treibt das Unternehmen zugleich seine Präsenz in Asien voran. In Indien prüft BASF eine mögliche Großinvestition in den Bereich MDI. Über die Konzerntochter BASF India Polyurethanes Private Limited sicherte sich das Unternehmen dafür bereits ein Industriegrundstück in Dahej im Bundesstaat Gujarat.

Die endgültige Investitionsentscheidung für den geplanten Produktionskomplex steht allerdings noch aus. Der Schritt hängt von den Ergebnissen einer laufenden Machbarkeitsstudie sowie von den erforderlichen behördlichen Genehmigungen vor Ort ab.

Hintergrund der Sondierungen um Evonik

Die operativen Produktinitiativen fallen in eine Phase strategischer Überlegungen. Vor gut einer Woche bestätigte BASF Sondierungsgespräche mit der RAG-Stiftung und der Evonik Industries AG über einen möglichen Erwerb des Essener Konzerns. Evonik erklärte dazu, eine unverbindliche Ansprache erhalten zu haben, die auf ein freiwilliges öffentliches Angebot für sämtliche Evonik-Aktien gerichtet sei. Fortgang und Ausgang dieser Sondierungen sind nach Angaben beider Seiten vollkommen offen.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters wies Evonik eine Offerte über rund 22,15 € je Aktie als zu niedrig zurück. BASF lehnte eine Stellungnahme zu dieser Preishöhe ab. Medienberichten zufolge hatte die BASF-Aktie unmittelbar nach Bekanntwerden der Übernahmespekulationen im Handelsverlauf zeitweise um mehr als 2 % nachgegeben.

Am Markt sorgten die Fusionsüberlegungen für intensive Debatten über die strategische Sinnhaftigkeit und die finanzielle Belastung einer solchen Transaktion im deutschen Chemiesektor.

Analysteneinstufung und Kursverlauf

Deutsche Bank Research beurteilte die Lage am 28. September und bestätigte die Kaufempfehlung für die Aktie mit dem Votum „Buy“ sowie einem Kursziel von 60 €. Die Analysten sehen damit deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Bewertungsniveau. Zum Wochenausklang am Freitag ging die Aktie bei 50,16 € aus dem Handel.

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