Ein Geschäftsbereich, der nur ein Sechstel zum Konzernumsatz beiträgt, soll plötzlich mehr als die Hälfte der gesamten Marktkapitalisierung wert sein. Diese Rechnung sorgt bei BASF-Anlegern für Gesprächsstoff, seit erstmals konkrete Zahlen zum geplanten Teilbörsengang der Agrarsparte kursieren.
Aus Finanz- und Unternehmenskreisen wird für das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut eine Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro diskutiert. BASF selbst bestätigte, im Zusammenhang mit dem Vorhaben bereits mehrere Finanzinstitute angesprochen zu haben — zu einer eigenen Bewertung äußerte sich der Konzern nicht. Die Aktie reagierte am Montag zeitweise mit einem Plus von 1,15 Prozent auf 48,10 Euro.
Die Zahlen werfen Fragen auf
Auf das Agrargeschäft entfällt rund ein Sechstel des BASF-Gesamtumsatzes von knapp 60 Milliarden Euro. Am oberen Ende der genannten Spanne würde die Sparte allein mehr wert sein als der halbe Konzern in seiner aktuellen Marktkapitalisierung. Das setzt voraus, dass Investoren dem Agrargeschäft einen deutlich höheren Bewertungsaufschlag zugestehen als dem margenschwächeren, zyklischeren Grundchemiegeschäft — eine Annahme, die sich erst bestätigen muss, wenn die separierten Zahlen der Sparte tatsächlich auf dem Tisch liegen.
Der Fahrplan steht, das Timing nicht
Formal ist die Grundlage für den Börsengang bereits gelegt. Die Hauptversammlung billigte die Ausgliederung der Sparte am 30. April 2026, der zugehörige Ausgliederungsvertrag zwischen der BASF SE und der neuen Agrartochter datiert vom 18. März 2026. Seit Mai 2026 führt ein eigenes Management Board unter Livio Tedeschi das Geschäft, wirksam wird die Ausgliederung mit der Eintragung ins Handelsregister und rückwirkend zum 1. Januar 2026.
BASF bleibt auch nach dem Listing Mehrheitsaktionär, geplant ist lediglich die Platzierung eines Minderheitsanteils in Frankfurt. Wie groß dieser ausfällt, hat der Konzern nach eigenen Angaben noch nicht festgelegt — genau diese Entscheidung dürfte der nächste Punkt sein, an dem sich zeigt, ob die Bewertungsspanne von 20 bis 30 Milliarden Euro am Markt tatsächlich Bestand hat. Der Börsengang selbst bleibt für 2027 terminiert, das genaue Zeitfenster hängt laut Unternehmenskreisen vom Kapitalmarktumfeld ab.
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