BASF treibt die Umsetzung seiner Kapitalstrategie voran und reagiert gleichzeitig mit deutlichen Preisanpassungen auf die Marktlage in Europa. Während der Chemiekonzern die ersten Zwischenergebnisse seines neuen Rückkaufprogramms vorlegte, stehen operative Einschnitte in Asien einer gezielten Investition am deutschen Standort Limburgerhof gegenüber.
Strategische Umsetzung des Milliarden-Programms
Das im August gestartete Aktienrückkaufprogramm hat in der ersten vollen Handelswoche des Monats an Fahrt aufgenommen. Wie BASF mitteilte, erwarb das Unternehmen zwischen dem 3. August und dem 7. August insgesamt 545.000 eigene Aktien. Diese erste Tranche ist Teil eines weitreichenden Vorhabens mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,0 Milliarden Euro, das planmäßig bis Ende April 2027 abgeschlossen sein soll. Der Vorstand setzt damit einen Ende Juli gefassten Beschluss um, der die Rückführung von Kapital an die Aktionäre vorsieht.
Parallel zur Kapitalrückführung schärft der Konzern sein operatives Profil in Europa durch Preiserhöhungen. Am Mittwoch gab BASF bekannt, die Preise für Neopentylglykol um 250 Euro pro Tonne und für 1,6-Hexandiol um 300 Euro pro Tonne anzuheben.
Die Maßnahmen traten mit sofortiger Wirkung in Kraft, soweit bestehende Lieferverträge dies zulassen. Diese Schritte unterstreichen das Bestreben, die Margen im europäischen Geschäft trotz eines herausfordernden Umfelds zu sichern.
Kapazitätsanpassungen und Innovationen im Fokus
In Indien zieht das Unternehmen unterdessen Konsequenzen aus einer veränderten Wettbewerbslage und Überkapazitäten. BASF India Limited kündigte an, die Sulfations- und Low-Temperature-Reactor-Anlagen am Standort Dahej bis Ende des Kalenderjahres 2026 zu schließen.
Als Gründe für diesen Schritt nannte das Unternehmen hohen Kostendruck und anhaltenden Margendruck. Am Hauptstandort Ludwigshafen kam es am Montag zudem nach Reparaturarbeiten an einem Steamcracker zu sichtbarer Fackeltätigkeit, die voraussichtlich bis zum Beginn der neuen Woche anhalten wird.
Gezielte Investitionen fließen hingegen in die Forschung und den Agrarsektor. In Limburgerhof entsteht für einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag ein neues Climate Center für den Bereich Agricultural Solutions.
Zudem erweitert BASF sein Portfolio an Spezialchemikalien: Die Sparte Personal Care stellte am Donnerstag mit Floragenist eine neue Generation floraler Wirkstoffe auf Basis epigenetischer Wissenschaft vor. Bereits am Montag erfolgte zudem der Markteintritt des UV-Filters Tinosorb S in den USA, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA den Wirkstoff Bemotrizinol zugelassen hatte.
Analysten bewerten die Lage des Konzerns derzeit zurückhaltend. Medienberichten zufolge stufte JP Morgan den Wert Anfang August auf „Sell“ herab. Dennoch weist die Aktie im bisherigen Jahresverlauf eine positive Tendenz auf und konnte seit Jahresbeginn um 15 % zulegen. Am Freitag ging das Papier bei 51,01 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Kurs aktuell 7,3 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im April bei 55,05 Euro markiert wurde.
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