Kurz vor der Veröffentlichung der detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal rückt die BASF-Aktie verstärkt in den Fokus der Anleger. Während der Markt auf die morgigen Zahlen wartet, sorgen positive Analystenstimmen und Fortschritte bei strategischen Projekten bereits heute für Bewegung. Im aktuellen Handel notiert das Papier bei 48,88 € und verzeichnet damit ein Plus von 1,18 %. Damit setzt der Wert seinen bisherigen Aufwärtstrend fort und weist seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 10,00 % auf.
Hohe Erwartungen an das zweite Quartal
Der Chemiekonzern wird am morgigen Mittwoch Einblick in seine Bücher gewähren. Marktteilnehmer blicken dabei besonders auf die Ertragskraft in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld. Analysten erwarten im Konsens einen deutlichen Sprung beim Gewinn pro Aktie (EPS) auf 0,821 €, nachdem im Vorjahreszeitraum lediglich 0,090 € erzielt worden waren. Beim Umsatz wird mit einer Steigerung um 4,24 % auf 16,44 Milliarden € gerechnet.
Im Vorfeld dieser Veröffentlichung hat die DZ BANK ihre Einschätzung für den DAX-Titel bekräftigt. Analyst Peter Spengler hob den fairen Wert der Aktie von 63 auf 64 € an und beließ die Einstufung auf „Kaufen“. Als Begründung führte er unter anderem an, dass Umsatz und das bereinigte Ebitda bereits den Marktkonsens übertroffen hätten. Für das Gesamtjahr 2026 prognostizieren Experten derzeit einen Umsatz von rund 63,49 Milliarden € bei einem Gewinn pro Aktie von 2,84 €.
Fortschritte bei Nachhaltigkeit und Wasserstoff
Parallel zur finanziellen Entwicklung meldet BASF Erfolge bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele. Im Rahmen des Programms „Responsibly Active“ hat der Bereich Beauty Care Solutions wichtige Meilensteine für das Jahr 2025 vorzeitig erreicht. Seit 2016 konnte der Wasserverbrauch um 48 % und das Abfallaufkommen um 44 % reduziert werden. Zudem sank der Energieverbrauch um 24 %. Das Ziel bleibt ambitioniert: Bis 2030 sollen unter anderem 50 % der genutzten Rohstoffe bio-zertifiziert sein, aktuell liegt dieser Wert bei 42 %.
Auch im Bereich der Zukunftstechnologien positioniert sich das Unternehmen weiter. Gemeinsam mit Linde konzentriert sich BASF auf großskalige Wasserstoffprojekte. Dies geschieht vor dem Hintergrund der EU-Richtlinie RED III, die die Chemiebranche verpflichtet, bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 42 % grünem Wasserstoff zu erreichen. Im Agrarbereich wurde zudem die globale Registrierung für das neue Herbizid Replexor Active gestartet, wobei erste Einreichungen in Brasilien und Australien im laufenden Monat erfolgten.
Operative Zwischenfälle und Immobilienstrategie
Auf operativer Ebene kam es am gestrigen Montagabend im Werk Nord in Ludwigshafen zu einem technischen Defekt. Wie das Unternehmen mitteilte, führte eine Störung im Steamcracker gegen 21:30 Uhr zur Aktivierung der Sicherheitssysteme. In der Folge kam es zu einer Fackeltätigkeit, bei der überschüssiges Gas verbrannt wurde. Anwohner müssen laut Medienberichten bis Ende der Woche mit sichtbarem Feuerschein und Lärmentwicklung rechnen; die zuständigen Behörden wurden über den Vorfall informiert.
Abseits des Kerngeschäfts sorgt eine Entscheidung im Immobilienbereich für Aufsehen. BASF hat den geplanten Paketverkauf von rund 3.300 Wohnungen, unter anderem in Frankenthal und Ludwigshafen, vorerst ausgesetzt. Während der Verkauf von etwa 1.100 Eigentumswohnungen weiterläuft, fordern lokale Arbeitnehmervertreter und die Politik nun langfristige Perspektiven für die Mieter der betroffenen Werkswohnungen. Eine endgültige Aufgabe der Verkaufspläne für das Gesamtpaket ist damit jedoch noch nicht beschlossen.
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