BASF hat die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich angehoben. Nach kräftigen Quartalszahlen erhöhte der Ludwigshafener Konzern seine Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen 2026 auf eine Spanne von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro.
Zuvor hatte die Zielspanne bei 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro gelegen. Parallel dazu kündigte BASF ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,0 Milliarden Euro an, das im August 2026 starten und bis Ende April 2027 laufen soll.
Starkes zweites Quartal treibt die Anhebung
Grundlage für den optimistischeren Ausblick ist ein überraschend starkes zweites Quartal. BASF meldete ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,40 Milliarden Euro und übertraf damit den Analystenkonsens von 2,08 Milliarden Euro deutlich.
Als Treiber nannte der Konzern bessere Margen sowie stärkere Beiträge aus den Segmenten Materials, Chemicals und Industrial Solutions. Für das erste Halbjahr 2026 wies BASF einen Nettogewinn von 5,1 Milliarden Euro aus, wozu ein Gewinn von 3,5 Milliarden Euro nach Steuern aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle beitrug.
Der Markt reagierte prompt: Bereits nach den ersten Meldungen Ende Juli waren die Aktien laut Berichten um rund vier Prozent gesprungen, ein zweiter Kursschub folgte, als am vergangenen Donnerstag Guidance-Anhebung und Rückkaufprogramm zusammen kommuniziert wurden. Reuters bezifferte auch diesen zweiten Anstieg auf knapp vier Prozent.
Kurs hat sich seither beruhigt
Im aktuellen Handel zeigt sich die Aktie deutlich ruhiger als in den Tagen der Meldungen. Am heutigen Dienstag notiert das Papier bei 51,43 Euro und gibt damit leicht um 0,23 Prozent nach, nachdem es am Montag noch bei 51,55 Euro geschlossen hatte.
Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt der mittelfristige Trend intakt: Der Kurs liegt fünf Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine anhaltend positive Dynamik hindeutet. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das die Aktie Mitte April markierte, fehlen der BASF-Aktie derzeit noch gut sechseinhalb Prozent.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 15,76 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass die Kombination aus Gewinnsprung und Kapitalrückführung bei Anlegern gut ankam, auch wenn der erste Schwung mittlerweile verpufft ist.
Umbau des Konzerns geht mit Stellenabbau einher
Die guten Zahlen fallen in eine Phase tiefgreifenden Wandels bei BASF. Laut Reuters hat der Konzern zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut.
Die FAZ berichtete zudem, die Belegschaft am Stammsitz Ludwigshafen liege inzwischen auf dem tiefsten Stand seit 1954. Der Konzernumbau, zu dem auch der Verkauf des Coatings-Geschäfts gehörte, trägt damit sichtbar zur verbesserten Ertragslage bei – geht aber mit einem spürbaren Personalabbau einher.
Für Anleger ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild: Operative Stärke, ein üppiges Rückkaufprogramm und eine angehobene Gewinnprognose sprechen für die Aktie, während der harte Sparkurs am Stammsitz den Wandel des Unternehmens unterstreicht.
Aktuelle Kurszielaktionen von Analysehäusern mit Datierung der vergangenen Wochen liegen nicht vor, sodass sich der Markt derzeit vor allem an den Unternehmenszahlen selbst orientiert. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob das neue Rückkaufprogramm dem Kurs nach der jüngsten Verschnaufpause erneut Auftrieb verleiht.
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