BASF hat innerhalb weniger Tage mehrere Preisanpassungen für Spezialchemikalien angekündigt. Betroffen sind die Produkte Neopentylglykol und 1,6-Hexandiol, die in Lacken, Kunststoffen und Schmierstoffen zum Einsatz kommen. Nach einer Erhöhung für den europäischen Markt zog der Konzern wenige Tage später mit einer Preisanpassung für die USA und Kanada nach.
Preiserhöhungen in mehreren Regionen
Nach eigenen Angaben passte BASF am Mittwoch vergangener Woche zunächst die Preise in Europa für Neopentylglykol und 1,6-Hexandiol an. Die Anpassung gilt sofort beziehungsweise dort, wo bestehende Vertragsvereinbarungen dies zulassen.
Am Donnerstag folgte eine weitere Ankündigung für den nordamerikanischen Markt: Für Neopentylglykol soll dort ab dem 1. September ein höherer Preis je Pfund gelten, ebenfalls vorbehaltlich vertraglicher Regelungen. Solche gestaffelten Preisrunden sind in der Spezialchemie üblich, wenn Rohstoffkosten oder Nachfrage sich regional unterschiedlich entwickeln.
Die Anpassungen betreffen ein Segment, das für BASF Teil des breiteren Portfolios an Zwischenprodukten ist. Konkrete Auswirkungen auf die Konzernmarge lassen sich aus den Ankündigungen allein nicht ableiten, sie unterstreichen aber die Preissetzungsmacht in einzelnen Produktlinien.
Rückkaufprogramm läuft nach Plan
Parallel zu den operativen Nachrichten treibt BASF sein Kapitalrückführungsprogramm voran. Der Konzern hatte Anfang August ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,0 Milliarde Euro gestartet, das bis Ende April 2027 laufen soll. Es ist Teil eines größeren, bereits im September 2024 angekündigten Rückkaufrahmens über insgesamt 4 Milliarden Euro bis Ende 2028. Im ersten Zwischenbericht zu diesem Teilprogramm meldete BASF, dass zwischen dem 3. und 7. August insgesamt 545.000 eigene Aktien zurückgekauft wurden.
Solche laufenden Rückkäufe reduzieren die Zahl der ausstehenden Aktien und gelten als Signal an den Kapitalmarkt, dass der Vorstand die eigene Bewertung für attraktiv hält. Anleger werden die kommenden Zwischenberichte zum Rückkauf daher weiter im Blick behalten.
Weitere Aktivitäten im Portfolio
Auch abseits der Preispolitik meldete BASF zuletzt operative Fortschritte. Im Agrarbereich investierte BASF Agricultural Solutions in ein neues Climate Center. Im Bereich Personal Care stellte der Konzern zudem mit Floragenist™ eine neue Wirkstoffgeneration für Kosmetik- und Körperpflegeanwendungen vor.
Im Werksteil Nord in Ludwigshafen kündigte BASF zudem Fackeltätigkeit am Steamcracker ab dem 10. August an, ausgelöst durch Reparaturarbeiten und das anschließende Wiederanfahren der Anlage – ein Vorgang, der im laufenden Anlagenbetrieb regelmäßig vorkommt.
Aktie bewegt sich seitwärts
Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 50,89 Euro und damit knapp unter dem Freitagsschluss von 51,01 Euro. Über die vergangenen sieben Handelstage gab das Papier um 1,3 Prozent nach, auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 4,7 Prozent zu Buche.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 15 Prozent im Plus, bewegt sich damit aber weiterhin unterhalb des im April markierten 52-Wochen-Hochs von 55,05 Euro. Die Kombination aus operativen Einzelmeldungen und dem laufenden Rückkaufprogramm liefert damit eher graduelle Impulse als einen einzelnen großen Kurstreiber.
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