BASF Aktie: Oppanol N PLUS für Festkörperbatterien

BASF bringt ein innovatives Bindemittel für Festkörperbatterien auf den Markt und schließt parallel eine Polystyrol-Anlage in Südkorea.

Auf einen Blick:
  • Neues Bindemittel für Festkörperbatterien
  • Schließung einer EPS-Anlage in Ulsan
  • Aktienrückkauf von 235.000 eigenen Aktien
  • EBITDA-Prognose für 2026 zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro

BASF spielt zwei Züge gleichzeitig. Während der Konzern ein neues Hochleistungsmaterial für Festkörperbatterien auf den Markt bringt, schließt er parallel eine Produktionsanlage in Südkorea. Das Muster dahinter ist klar: raus aus reifen Märkten, rein in Wachstumssegmente.

Neues Bindemittel für die nächste Batteriegeneration

Das neue Produkt heißt Oppanol N PLUS. Es basiert auf Polyisobuten und dient als Bindemittel in Kathode, Anode oder Elektrolyt von Festkörperbatterien. Das Material ist elastisch, dehnbar und chemisch inert — es gleicht mechanischen Stress aus und soll die Lebensdauer der Batterie verlängern.

Festkörperbatterien versprechen größere Reichweiten, schnellere Ladezeiten und mehr Sicherheit als herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen. Die Anforderungen an Materialien steigen dabei erheblich. BASF setzt genau dort an.

Enge Produktspezifikationen sollen außerdem die Produktionsvariabilität senken. Das reduziert den Aufwand bei Qualitätskontrolle und Neuformulierungen — ein Argument, das Batteriehersteller bei der Lieferantenauswahl schätzen.

Werk in Südkorea macht dicht

Auf der anderen Seite des Portfolios vollzieht BASF einen klaren Schnitt. Die EPS-Produktionsanlage im südkoreanischen Ulsan schließt Mitte Juni 2026. Die Anlage stellt expandierbares Polystyrol her — 85.000 Tonnen Jahreskapazität, ein reifes Segment ohne Wachstumsfantasie.

Aktienrückkauf schreitet voran

Zwischen dem 8. und 12. Juni kaufte BASF 235.000 eigene Aktien über Xetra zurück. Seit Programmstart im November 2025 sind es kumuliert knapp 30,8 Millionen Aktien. Das laufende Programm hat ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro und läuft bis Ende Juni 2026.

Es ist Teil eines größeren Plans. Bis Ende 2028 will BASF mindestens 4 Milliarden Euro in eigene Aktien investieren. Die eingezogenen Papiere erhöhen mechanisch den Gewinn je Aktie und stützen langfristig die Dividende.

Die BASF-Aktie notiert bei 49,02 Euro — rund 11 Prozent unter dem April-Hoch von 55,05 Euro, aber seit Jahresbeginn mit einem Plus von knapp 10 Prozent im grünen Bereich. Der RSI liegt bei 40, was auf eine leicht überverkaufte Lage hindeutet.

Für 2026 erwartet der Vorstand ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro sowie einen freien Cashflow zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro. Wie belastbar das China-Geschäft unter den aktuellen Bedingungen bleibt, wird die nächste Guidance-Überprüfung zeigen.

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