BASF Aktie: Neues Evonik-Angebot denkbar

Symbolbild, KI-generiert

Citi beziffert mögliche Gewinn- und Cashflow-Zuwächse, verweist bei einem Evonik-Kauf aber auf sinkende Kapitalrendite.

Auf einen Blick:
  • Evonik wies 22,15 Euro je Aktie zurück
  • BASF erwägt laut Bericht einen neuen Anlauf
  • Citi kalkuliert mit 25 Euro je Evonik-Aktie
  • Kapitalrendite könnte auf etwa neun Prozent sinken

BASF könnte im Ringen um Evonik nachlegen. Nach einem Bericht über ein mögliches neues Übernahmeangebot stieg die Evonik-Aktie am Freitagvormittag um gut zwei Prozent. Die BASF-Aktie lag zeitgleich ebenfalls im Plus, bei etwa 51,94 Euro.

Erste Offerte abgelehnt

Evonik hatte im September ein erstes Angebot von 22,15 Euro je Aktie zurückgewiesen. Es entsprach einem Aufschlag von knapp 25 Prozent auf den durchschnittlichen Kurs der vorangegangenen drei Monate. Nun heißt es, der Ludwigshafener Konzern erwäge einen weiteren Anlauf.

Die Citi-Analysten haben durchgerechnet, was das für BASF bedeuten würde. Selbst bei einem unterstellten Preis von 25 Euro je Aktie ergäbe sich bis 2030 ein Plus beim Gewinn je Aktie und beim freien Cashflow von jeweils rund 20 Prozent.

Rendite als Knackpunkt

Allerdings gibt es einen Haken. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital würde laut Citi auf etwa 9 Prozent sinken. Die Analysten sehen darin eine Schwelle, zumal Größe, Komplexität und Umsetzungsrisiken des Deals erheblich wären.

Entscheidend dürfte der Großaktionär RAG sein. Stellt er sich nicht gegen eine Transaktion, könnte sich das Evonik-Management auf Gespräche einlassen. RAG hatte zuletzt Aktien zu 19,99 Euro platziert, also deutlich unter der abgelehnten Offerte.

Citi tut sich zudem schwer, ein Bewertungsszenario zu erkennen, in dem Evonik-Papiere ohne breitere Branchenerholung nachhaltig über 22 Euro steigen. Das stärkt die Verhandlungsposition von BASF, zumindest rechnerisch.

Marktumfeld bleibt schwach

Der Gesamtmarkt liefert wenig Rückenwind. Der DAX fiel am Donnerstag um 1,12 Prozent auf ein Einmonatstief, der Volatilitätsindex VDAX sprang auf 18,61 Punkte. BASF hielt sich dagegen mit einem Plus von 1,15 Prozent auf 51,77 Euro und zählte zu den besten Werten im Index. Treiber waren zuletzt auch die stark gestiegenen Ölpreise, Brent legte auf über 105 Dollar zu.

Für den DAX gilt zum Wochenschluss die Marke von 25.000 Punkten als wichtige Orientierung. Ein Wochenschluss deutlich darunter würde Korrekturszenarien stützen. Bei BASF richtet sich der Blick auf eine mögliche zweite Offerte: Liegt sie nahe 25 Euro je Evonik-Aktie, bewegt sie sich genau in dem Bereich, den Citi durchgerechnet hat.

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