BASF trennt sich von seinem Lackgeschäft — und behält trotzdem ein Bein in der Tür. Die frühere Sparte BASF Coatings firmiert seit Mittwoch als eigenständige Gesellschaft namens Surventis. Für den Ludwigshafener Konzern bedeutet der Schritt vor allem eines: ein deutlicher Geldzufluss.
Carlyle übernimmt die Mehrheit
Der US-Finanzinvestor Carlyle hat gemeinsam mit der Qatar Investment Authority 60 Prozent an Surventis übernommen. BASF selbst hält die verbleibenden 40 Prozent und bleibt damit über die Eigenkapitalbeteiligung an der Wertentwicklung des Geschäfts beteiligt. Vorstandschef Markus Kamieth bezeichnete den Abschluss der Transaktion als wichtigen Schritt im laufenden Konzernumbau.
Finanziell schlägt der Deal deutlich zu Buche: BASF fließen vor Steuern rund 5,8 Milliarden Euro zu. Den Teilverkauf hatte der Konzern bereits im Oktober 2025 eingefädelt, nun ist die operative Trennung vollzogen.
Surventis selbst bringt beachtliche Größe mit. Das Unternehmen mit Sitz in Münster erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 3,9 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 10.700 Mitarbeiter. Zum Portfolio zählen Fahrzeugserien- und Autoreparaturlacke ebenso wie Oberflächentechnik. Die neue Führung um Jens Luehring soll das Unternehmen bis 2027 börsenfähig machen.
Für BASF-Aktionäre blieb der Kurs von dem Milliardenzufluss zunächst unbeeindruckt — die Aktie notierte an der Börse Xiaomi zeitweise nur leicht schwächer bei rund 46,73 Euro. Das deckt sich mit dem Charakter der Meldung: Der Verkauf war seit Monaten angekündigt, die Bewertung längst eingepreist.
Der eigentliche Test steht Surventis noch bevor. Bis 2027 muss das Unternehmen zeigen, ob es als eigenständiger Player am Kapitalmarkt bestehen kann — für BASF entscheidet sich daran auch, wie werthaltig die verbliebenen 40 Prozent tatsächlich sind.
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