BASF stärkt seine Lieferkette in Südostasien — aber das Branchenumfeld gibt wenig Rückenwind. Am 28. Mai nahm der Konzern in Merak, Indonesien, einen neuen Lagertank für 2-Ethylhexylacrylat (2-EHA) in Betrieb. Die Maßnahme ist operativ sinnvoll, liefert aber keinen bezifferten Ergebnisbeitrag.
Lagerausbau statt Großanlage
2-EHA ist ein Schlüsselrohstoff für Klebstoffe, Farben und Beschichtungen. Der neue Tank in Merak soll Lieferzeiten verkürzen und die Versorgungssicherheit für indonesische Kunden verbessern. Weder Investitionssumme noch Kapazität nennt BASF in der Mitteilung.
Der Schritt fügt sich in ein größeres Netzwerk ein. BASF produziert 2-EHA bereits über BASF PETRONAS Chemicals in Malaysia und eine Anlage am Verbundstandort Zhanjiang in China. Indonesien bekommt nun einen weiteren Versorgungspunkt — ohne neue Produktionskapazität, aber mit mehr Flexibilität in der Distribution.
Das ist kein spektakulärer Ausbau. In einem Markt, in dem Lieferzuverlässigkeit für Chemiekunden zunehmend wichtiger wird, kann zusätzliche Lagerinfrastruktur aber operativ mehr bewegen als ihre schiere Größe vermuten lässt.
Petrochemicals unter Druck
Die Meldung betrifft die Petrochemicals-Division, die 2025 einen Drittumsatz von rund 7,5 Milliarden Euro erzielte. Konzernweit kam BASF auf rund 60 Milliarden Euro Umsatz.
Das makroökonomische Bild bleibt schwierig. Das Ifo-Institut meldete für Mai einen Rückgang des Geschäftsklimas in der deutschen Chemieindustrie: Der Branchenindex fiel auf minus 30,2 Punkte nach minus 28,6 Punkten im April. Die Erwartungen brachen auf minus 42,0 Punkte ein — nach minus 31,3 Punkten im Vormonat. Die jüngste Nachfragebelebung gilt laut Ifo als vorübergehend.
Hinzu kommen Engpässe bei Vorprodukten. Der Preisindikator stieg auf 47,5 Punkte nach 32,5 Punkten im April — ein Zeichen wachsenden Kostendrucks.
Was der Kurs zeigt
Die BASF-Aktie notiert bei 50,64 Euro und liegt damit rund 7,4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 54,70 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut 13 Prozent — trotz der zuletzt schwächeren Tendenz mit minus 5,7 Prozent in den vergangenen 30 Tagen.
Ob der operative Ausbau in Asien hilft, Volumen und Margen im laufenden Chemiezyklus zu stabilisieren, hängt auch davon ab, wie sich die Gesamtprognose entwickelt. Im ersten Quartal 2026 meldete BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,356 Milliarden Euro — nach 2,496 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die Jahresprognose bestätigte der Konzern: 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro EBITDA vor Sondereinflüssen, freier Cashflow zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro. An dieser Messlatte wird BASF 2026 gemessen.
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