Mit einer gezielten Investition in Asien verstärkt BASF das Engagement im Markt für moderne Elektronikchemikalien. Der Ludwigshafener Chemiekonzern hat am heutigen Dienstag eine Absichtserklärung mit dem Wirtschaftsministerium Taiwans (MOEA) unterzeichnet, um den bestehenden Standort Kuanyin in Taoyuan auszubauen.
Geplant sind zusätzliche Kapazitäten zur Fertigung fortschrittlicher Halbleitermaterialien, eine Erweiterung der Qualitätsanalyse sowie eine Vergrößerung des dortigen Innovationszentrums.
Die Erweiterung zielt technologisch nach vorn: Das Vorhaben soll insbesondere Fertigungsprozesse für Chiptechnologien von unter 2 Nanometern unterstützen. Mit dieser Ausrichtung positioniert sich der Konzern in einem Segment, das durch hohe Anforderungen an Reinheit und Präzision geprägt ist und weltweit stark nachgefragt wird.
Neuausrichtung im Polyamid-Geschäft
Der Schritt in Taiwan folgt unmittelbar auf eine weitere unternehmerische Weichenstellung. Erst am gestrigen Montag unterzeichnete BASF eine unverbindliche Absichtserklärung mit der Highsun Holding Group.
Beide Seiten planen, ihre europäischen Aktivitäten entlang der Polyamid-6-Wertschöpfungskette in einem gemeinsamen 50:50-Joint-Venture zu bündeln. Zusätzlich prüfen die Partner, ob auch weltweite Extrusionsaktivitäten außerhalb Nordamerikas in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden sollen.
Die Konzentration auf profitable Kernbereiche und strategische Partnerschaften spiegelt den laufenden Umbau des Portfolios wider. Neben strukturellen Anpassungen bleibt auch anorganisches Wachstum ein Diskussionsthema am Markt, nachdem BASF zuvor Bereitschaft signalisiert hatte, ein mögliches höheres Angebot für Evonik nach vorheriger Bucheinsicht zu prüfen.
Analystenurteil und anstehende Quartalsmitteilung
Auf Analystenseite stieß die Gesamtlage des Konzerns am heutigen Dienstag auf Bestätigung. Analyst James Hooper von Bernstein Research beließ die Einstufung für BASF auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 61 Euro. In seinem Branchenausblick verwies er neben dem Agrarzyklus auch auf eine mögliche Übernahme von Evonik als maßgeblichen Faktor für die künftige Entwicklung.
An der Börse notiert die BASF-Aktie heute bei 52,37 Euro und liegt damit seit Jahresanfang 18 Prozent im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 55,05 Euro trennen das Papier aktuell rund 4,9 Prozent.
Klarheit über den operativen Geschäftsverlauf im abgelaufenen Jahresviertel erhalten Anleger in Kürze: Am 28. Oktober veröffentlicht BASF um 7:00 Uhr die Mitteilung zum dritten Quartal 2026, gefolgt von einer Konferenz für Analysten und Investoren.
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