BASF Aktie: Jahresziele nach Q2 angehoben

Symbolbild, KI-generiert

BASF steigert Umsatz und operatives Ergebnis im zweiten Quartal, hebt die EBITDA-Zielspanne an und warnt zugleich vor Konjunkturrisiken.

Auf einen Blick:
  • Umsatz steigt auf 17,2 Milliarden Euro
  • Bereinigtes EBITDA verbessert sich deutlich
  • Jahresziel auf 6,9 bis 7,7 Milliarden angehoben
  • Lackgeschäft bringt 5,8 Milliarden Euro

Die Bilanz des Ludwigshafener Chemiekonzerns zeigt für das laufende Geschäftsjahr ein zweigeteiltes Bild: Während BASF nach einem ertragsstarken zweiten Quartal die Jahresziele heraufgesetzt hat, dämpfen anhaltende Konjunkturrisiken die Stimmung an den Märkten. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 51,53 Euro, was einem Tagesverlust von 1,5 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang summiert sich der Wertzuwachs dennoch auf 16 Prozent.

Die entscheidende Frage für Anteilseigner lautet nun, inwieweit die operative Erholung den Gegenwind durch die weltweite Industriestagnation ausgleichen kann.

Erholung bei Preisen und Absatzvolumen

Im zweiten Quartal 2026 legte der Konzernumsatz um 2,4 Milliarden Euro auf 17,2 Milliarden Euro zu. Dabei profitierten die Erlöse gleichermaßen von einem Preisanstieg um 11,5 Prozent sowie von einem Zuwachs der Verkaufsmengen um 7,3 Prozent.

Dieser Aufschwung schlug sich deutlich im operativen Ergebnis nieder: Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 854 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro.

Die robuste Geschäftsentwicklung veranlasste den Vorstand umgehend zur Anpassung der Gesamtjahresziele. Für das Gesamtjahr 2026 peilt BASF beim bereinigten EBITDA nun einen Korridor von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an, nachdem das obere Ende der bisherigen Zielspanne bei 7,0 Milliarden Euro gelegen hatte.

Allerdings trübte das Management die Erwartungen sogleich mit mahnenden Tönen. Laut dpa warnte das Unternehmen trotz der angehobenen Prognose vor beträchtlichen Unwägbarkeiten auf den regionalen Chemiemärkten und in der Weltwirtschaft für die zweite Jahreshälfte.

Milliardenzufluss aus Veräußerung

Parallel zum operativen Tagesgeschäft treibt der DAX-Konzern den Umbau seines Portfolios voran. Zum 30. Juni vollzog BASF den Verkauf des Geschäfts mit Fahrzeug- und Industrielacken an den Finanzinvestor Carlyle sowie die Qatar Investment Authority. Der Konzern sicherte sich hieraus einen Barerlös von rund 5,8 Milliarden Euro und hält weiterhin 40 Prozent an dem nun als Surventis firmierenden Unternehmen.

Der Deal hinterließ deutliche Spuren in den Zwischenbilanzen. Nach Steuern trug die Veräußerung einen Sondergewinn von 3,5 Milliarden Euro bei, wodurch das Quartalsergebnis nach Steuern auf 4,2 Milliarden Euro kletterte.

Zugleich investiert BASF punktuell in Zukunftsfelder. Bereits zum Ende des ersten Quartals schloss der Bereich Agricultural Solutions den vollständigen Zukauf von AgBiTech ab, einem Spezialisten für biologische Schädlingskontrolle.

Auch im Anlagenbau meldete der Konzern jüngst operative Fortschritte: Das US-Unternehmen Cheniere Energy nahm die Durasorb-Technologie von BASF an seiner Exportanlage für Flüssigerdgas im texanischen Corpus Christi auf mehreren Verflüssigungssträngen in Betrieb.

Mittelverwendung und Kapitalrückfluss

Die gestiegene Finanzkraft fließt teilweise an die Eigner zurück. Vor gut einer Woche rückte das laufende Aktienrückkaufprogramm in den Fokus (seither -1,0 Prozent). Die aktuelle Tranche umfasst ein Volumen von 1,0 Milliarde Euro und ist Teil eines bis Ende 2028 angelegten Programms über insgesamt 4,0 Milliarden Euro.

Die Kombination aus Portfoliobereinigung und angehobenen Jahreszielen stützt das Fundament des Chemieriesen. Ob dieser Puffer ausreicht, hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie stark die von der Konzernspitze thematisierte Konjunkturschwäche in den kommenden Monaten auf die Nachfrage durchschlägt.

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