Die Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss in der deutschen Chemiebranche halten an. BASF hält sich Medienberichten zufolge die Option auf ein aufgestocktes Gebot für den Essener Spezialchemiekonzern Evonik offen.
Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX aus Branchenkreisen meldete, macht der Ludwigshafener Konzern einen solchen Schritt jedoch von einer klaren Voraussetzung abhängig: Zuvor verlangt das Management Einblick in die Bücher des Konkurrenten.
Verhandlungen über Unternehmenswert und Bedingungen
Auslöser der aktuellen Entwicklung war die Ablehnung des ersten BASF-Vorschlags durch Evonik. Diese vorangegangene Offerte, die das Unternehmen mit 22,15 Euro je Aktie bewertete, hatten die Essener als unzureichend zurückgewiesen. Ein formelles, verbindliches Übernahmeangebot hat BASF bislang nicht vorgelegt. Beide Unternehmen haben eine überarbeitete Offerte oder verbindliche Transaktionsschritte bisher nicht offiziell bestätigt.
Dass BASF den Faden dennoch nicht abreißen lässt, verdeutlichen die flankierenden Signale. Zu den bereits abgehandelten Zugeständnissen bei der angestrebten Übernahme zählte die Bereitschaft, bestehende deutsche Standort- und Beschäftigungsgarantien vertraglich abzusichern. Bei Evonik gilt ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die Standorte im Bundesgebiet bis zum Jahr 2032.
Analysteneinschätzung und anstehende Bilanzvorlage
An den Finanzmärkten wird das Manöver aufmerksam verfolgt. Bernstein Research stufte BASF am Mittwoch nach einem Investorentreffen unverändert mit „Outperform“ ein. Die Einstufung beließ das Analysehaus bei einem Kursziel von 61 Euro, womit sich die Experten optimistisch für die weitere Entwicklung positionieren.
Am Freitag beendete das BASF-Papier den Börsenhandel bei 52,96 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Chemiewert damit einen Zuwachs von 19 Prozent.
Für neue fundamentale Orientierung dürfte in Kürze das operative Zahlenwerk sorgen. Am 28. Oktober veröffentlicht BASF den vollständigen Quartalsfinanzbericht für das dritte Quartal 2026. Neben den Geschäftszahlen dürften Marktteilnehmer diesen Termin nutzen, um Details zur strategischen Ausrichtung und zu etwaigen Akquisitionsplänen in Erfahrung zu bringen.
Parallel setzt der Konzern seine Kapitalmaßnahmen um: Im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufs wurden bis zum 9. Oktober insgesamt 6.046.289 eigene Anteile erworben.
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