BASF Aktie: Gewinn springt auf 4,1 Milliarden Euro

BASF übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen, hebt die Jahresprognose an und startet ein neues Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro.

Auf einen Blick:
  • Umsatzplus von 16,4 Prozent
  • EBITDA-Prognose für 2026 angehoben
  • Neues Rückkaufprogramm über 1 Mrd. Euro
  • Stellenabbau beschleunigt sich deutlich

BASF hat mit dem Zahlenwerk zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen übertroffen und blickt nun optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Der Chemiekonzern konnte laut eigenen Angaben in fast allen Segmenten das Ergebnis steigern – getragen von höheren Preisen und größeren Mengen. Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth sprach von einer gestärkten Marktposition und Fortschritten bei Restrukturierung und Portfolio-Weiterentwicklung.

Umsatz und Ergebnis legen deutlich zu

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 16,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA kletterte um gut die Hälfte auf 2,45 Milliarden Euro. Bereits am 15. Juli hatte BASF vorläufige Zahlen vorgelegt, weil das bereinigte EBITDA von 2,4 Milliarden Euro die durchschnittlichen Analystenschätzungen deutlich übertroffen hatte. Am 29. Juli folgten dann die detaillierten Quartalszahlen samt angehobenem Ausblick: Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro.

Kräftig zulegen konnte auch der Gewinn nach Steuern. Den Aktionären blieb ein Überschuss von gut 4,1 Milliarden Euro, nach nur 79 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Sprung geht maßgeblich auf den Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle zurück, der Ende Juni abgeschlossen wurde. Die restlichen 40 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens bleiben bei BASF.

Rückkauf läuft weiter, Schuldenabbau im Fokus

Parallel zu den Zahlen kündigte BASF ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,0 Milliarde Euro an, das im August startet und bis Ende April 2027 laufen soll. Es ist Teil des im September 2024 angekündigten Gesamtvolumens von 4 Milliarden Euro bis Ende 2028. Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte der Konzern bereits Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft.

Zugleich treibt BASF den Abbau der Nettoverschuldung voran. Im dritten Quartal 2026 werden fällige Anleihen sowie planmäßige Rückzahlungen von Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro fällig. Ziel bleibt das Rating Single-A, das Fitch, Moody’s und S&P dem Konzern derzeit mit stabilem Ausblick bescheinigen. Der Konzernumbau schreitet ebenfalls voran: Von den bis Ende 2026 angepeilten jährlichen Einsparungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro waren bis Ende Juni bereits rund zwei Milliarden erreicht. Allein im ersten Halbjahr 2026 baute BASF mehr Stellen ab als in den beiden Vorjahren zusammen – die Beschäftigtenzahl sank binnen eines Jahres um 14,4 Prozent auf rund 94.900. Am Stammwerk Ludwigshafen fallen derzeit monatlich 300 bis 350 Vollzeitstellen weg.

Analysten uneins über Bewertung

Nach den Zahlen reagierten die Analysehäuser unterschiedlich. Die UBS hob am 31. Juli ihr Kursziel von 52 auf 55 Euro an und beließ die Einstufung bei Neutral. Berenberg erhöhte am selben Tag das Kursziel von 47 auf 50 Euro und bestätigte die Einstufung Hold – Analyst Sebastian Bray dämpfte jedoch die Erwartungen, da die Aktie weiterhin stärker von gesamtwirtschaftlichen Faktoren wie dem Iran-Konflikt getrieben werde als von unternehmensspezifischen Entwicklungen. Deutlich kritischer positionierte sich JPMorgan am 29. Juli mit einem Kursziel von 40 Euro und der Einstufung Underweight – Analyst Chetan Udeshi verwies darauf, dass der Konzern im zweiten Quartal auch von Sondereffekten profitiert habe.

Kurs nähert sich altem Hoch

Nach der Zahlenvorlage Ende Juli legte die Aktie zunächst deutlich zu, konnte das erreichte Niveau im weiteren Verlauf aber nicht vollständig halten. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 51,48 Euro, ein Plus von 8,04 Prozent auf Monatssicht. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie noch 6,49 Prozent. Die laufende Erholung fällt in eine Phase, in der europäische Chemieproduzenten von Lieferengpässen der asiatischen Konkurrenz infolge des Iran-Kriegs profitieren, wie Medienberichten zufolge beobachtet wird – parallel bleibt die Sorge um die Weltwirtschaft bestehen. Ein möglicher weiterer Werttreiber liegt in der Zukunft: BASF treibt den Carve-out seiner Agrarsparte voran, die bis Mitte 2027 an die Frankfurter Börse gebracht werden soll.

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