Die Pläne für eine mögliche Übernahme von Evonik beschäftigen den Ludwigshafener Chemiekonzern BASF und die Finanzmärkte. Nachdem das Unternehmen vor gut einer Woche Sondierungsgespräche mit der RAG-Stiftung und der Evonik Industries AG über einen möglichen Zukauf bestätigt hatte, rückt nun die strategische Einordnung des Vorhabens in den Mittelpunkt. Medienberichten zufolge passten führende Analysehäuser ihre Zielmarken an, um den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen.
Analysten justieren ihre Kursziele
Bernstein Research senkte das Kursziel für die BASF-Aktie von 63 auf 61 Euro, beließ die Einstufung des Papiers jedoch auf „Outperform“. Parallel dazu bestätigte Deutsche Bank Research die Einstufung „Buy“ und hielt an dem Kursziel von 60 Euro fest. Beide Institute bezogen sich in ihren Kommentaren direkt auf die bestätigten Sondierungen rund um Evonik.
Die Reaktionen verdeutlichen, dass Analysten dem Konzern trotz der bestehenden Unsicherheiten weiterhin Aufwärtspotenzial zutrauen. Zugleich bleibt die strategische Tragweite möglicher Zukäufe ein dominierendes Thema, da BASF selbst betont hat, dass Fortgang und Ausgang der Verhandlungen vollkommen offen sind. Für Investoren stellt sich vor allem die Frage, wie ein derartiger Schritt finanziert und im bestehenden Konzerngefüge umgesetzt werden könnte.
Marktreaktion und operatives Geschäft
Am Markt dominierte in den vergangenen Tagen eine abwartende Haltung. Auf Sicht von sieben Tagen verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 4,7 Prozent und notiert derzeit bei 49,81 Euro. Damit behauptet sich der Kurs nur knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 49,63 Euro, der im Handel als wichtige technische Orientierungsmarke gilt.
Abseits der Übernahmegespräche treibt der Konzern seine Produktinitiativen voran. Bereits Mitte September kündigte das Unternehmen für die Fachmesse Fakuma neue Materiallösungen an. Die Innovationen zielen auf Anwendungen im Bereich der Lebensmittelverpackungen, der industriellen Fertigung sowie auf den automobilen Leichtbau und die Mobilität ab. BASF versucht damit, seine Position in anspruchsvollen Kundensegmenten weiter zu stärken.
Fokus auf die Quartalszahlen
Klarere Einblicke in die tatsächliche Geschäftsentwicklung dürften die nächsten Unternehmensdaten liefern. Neben den operativen Kennzahlen dürften die Marktteilnehmer diesen Termin vor allem nutzen, um auf Signale des Managements zum weiteren Verlauf der Gespräche mit Evonik und der RAG-Stiftung zu achten.
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