Am Montag, dem 20. Juli 2026, verzeichnete die Aktie von BASF deutliche Verluste und gehörte im Tagesverlauf zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Medienberichten zufolge trennten sich Anleger vermehrt von ihren Anteilen, was das Papier des Ludwigshafener Konzerns unter Druck setzte. Während sich der DAX insgesamt stabilisierte, belasteten insbesondere die jüngsten Daten zu den deutschen Erzeugerpreisen die Stimmung im Chemiesektor.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Erzeugerpreise im Juni 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,8 Prozent. Besonders drastisch fiel der Anstieg bei den Mineralölerzeugnissen aus, die sich infolge der geopolitischen Krisen um 23,7 Prozent verteuerten. Auch bei Heizöl (+23,6 Prozent) und Kraftstoffen (+12,0 Prozent) wurden erhebliche Preissteigerungen registriert. Für energieintensive Unternehmen wie BASF stellen diese Kostensteigerungen bei Vorprodukten und Energieträgern eine erhebliche Herausforderung für die Margengestaltung dar.
Eskalation im Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit
Die angespannte Lage am Energiemarkt ist eng mit der militärischen Eskalation im Nahen Osten verknüpft. Das US-Militär beendete am Montag die neunte Angriffswelle gegen Ziele im Iran, wobei nach Angaben aus Washington unter anderem Kommandozentralen und Flugabwehrsysteme attackiert wurden. Trump erklärte hierzu, der Iran habe schwere militärische Verluste erlitten. Parallel dazu signalisierte US-Außenminister Rubio jedoch Gesprächsbereitschaft, während der Iran Vermittlungsvorschläge erhalten habe.
Die für den Welthandel kritische Straße von Hormus bleibt derweil ein Krisenherd. Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete einen Schiffsbrand nahe Kumzar in omanischen Gewässern. Zudem berichteten Medien über die Explosion zweier Öltanker, die laut iranischen Angaben in ein Minenfeld geraten seien. Experten des Analysehauses Kpler rechnen damit, dass eine sichere Wiedereröffnung der Meerenge frühestens Anfang 2027 möglich sein wird. Da etwa ein Fünftel des weltweiten Seetransports von Öl durch diese Region abgewickelt wird, bleiben die Lieferketten und Rohstoffkosten für die Industrie unkalkulierbar. IEA-Chef Birol betonte in diesem Zusammenhang, dass die Meerenge innerhalb weniger Wochen geöffnet werden müsse.
Kursverlauf und Markteinordnung
Im Frankfurter Handel notiert die BASF-Aktie aktuell bei 48,00 €, was einem Tagesminus von 1,23% entspricht. Trotz des aktuellen Rücksetzers weist das Papier seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 8,04% auf. Die Aktie bewegt sich damit jedoch wieder weiter weg von ihrem 52-Wochen-Hoch, das am 14. April 2026 bei 55,05 € markiert wurde; der Abstand zu diesem Höchststand beträgt derzeit -12,81%.
Während andere Branchenvertreter wie Siemens Energy oder RWE am Nachmittag Kursgewinne verbuchten, blieb BASF am Ende der Kurstabelle des LUS-DAX. Marktbeobachter verweisen darauf, dass die Branche zwar von leicht sinkenden Preisen bei Erdgas (-1,8 Prozent) und Strom (-4,2 Prozent) profitiert, die massiven Aufschläge bei Ölprodukten diesen Effekt jedoch überlagern. Eine nachhaltige Erholung der Aktie dürfte maßgeblich von einer Stabilisierung der geopolitischen Lage und einer damit einhergehenden Entspannung der Rohstoffkosten abhängen.
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