Eine angehobene Gewinnprognose, ein Kurs im freien Fall — das passt eigentlich nicht zusammen. Bei BASF ging genau das am Mittwoch über die Bühne, und der Grund liegt tiefer als in den nackten Ebitda-Zahlen.
Der Chemiekonzern erhöhte seine Prognose für das operative Ergebnis 2026 auf eine Spanne von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro, nach zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro. Der Mittelwert von 7,3 Milliarden Euro trifft damit ziemlich genau die Konsensschätzung der Analysten. Die Aktie reagierte trotzdem negativ: Nach einem kurzen Ausflug ins Plus knickte der Kurs am DAX-Ende um 4,6 Prozent auf 47,16 Euro ein. Seit Jahresbeginn bleibt aber noch ein Plus von gut 6 Prozent stehen.
Warum die Anhebung nicht überzeugt
Der Haken liegt im freien Barmittelfluss. BASF beließ die Prognose dafür unverändert — und genau das wertet Bernstein-Analyst James Hooper als Signal, dass steigende Rohstoffkosten die Profitabilität belasten dürften. Sein Fazit fällt trotzdem konstruktiv aus: BASF stehe im aktuellen Umfeld weiterhin sehr gut da, das zweite Quartal habe die Erwartungen übertroffen. Hooper beließ seine Kaufempfehlung.
Am Markt kursierten weitere Vorbehalte. Ein Händler verwies auf eine mögliche Nachfrageabschwächung in einzelnen Segmenten und auf steigenden Wettbewerbsdruck, der auf die Margen drücken könnte. Die Kombination aus einer nur mäßig überraschenden Prognoseanhebung und dem unveränderten Cashflow-Ausblick reichte offenbar nicht, um die zuletzt gestiegenen Erwartungen zu bedienen.
Der Sektor zieht mit
Die Kursverluste blieben nicht auf BASF beschränkt. Wacker Chemie gab um 4,4 Prozent nach, Lanxess verlor 4,5 Prozent. Evonik fiel um 3,1 Prozent, die Vorzugsaktien von Fuchs um 1,5 Prozent. Der gesamte Sektor hatte zuvor von der Sorge um eine mögliche Öl- und Gasknappheit infolge der Eskalation um die Straße von Hormus profitiert — mit den BASF-Zahlen kehrte sich dieser Rückenwind nun ins Gegenteil.
Für die Aktie bleibt die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Cashflow-Schwäche der zentrale Streitpunkt. Ob die Rohstoffkosten im weiteren Jahresverlauf tatsächlich so stark auf die Marge drücken, wie es der unveränderte Barmittelfluss-Ausblick andeutet, wird sich an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen.
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