Starke Zahlen, aber die Aktie gibt nach: BASF hebt die Gewinnprognose für 2026 an und schlägt die Erwartungen im dritten Quartal. Trotzdem drückt der schwache Cashflow die Stimmung. Hinzu kommen die Übernahmegedanken rund um Evonik.
Besser als erwartet, aber Cash fehlt
Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg im dritten Quartal auf 1,64 Milliarden Euro, nach 1,43 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten hatten deutlich weniger erwartet. Der Umsatz legte um gut 14 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro zu, getragen von höheren Preisen und etwas besseren Mengen.
Für das Gesamtjahr peilt der Konzern nun ein Ebitda von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an. Zuvor lag die Spanne bei 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro. Die Preise zogen in allen vier Kernsegmenten an, begünstigt auch durch Verwerfungen im Zuge des Nahost-Konflikts.
Der Free Cashflow dagegen blieb nach neun Monaten mit minus einer Milliarde Euro im Minus. Der Prognosekorridor von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro für das Gesamtjahr bleibt unverändert. Der Grund liegt vor allem im Umlaufvermögen: Höhere Rohstoffpreise blähten die Vorräte auf, nach starken Septemberumsätzen stiegen zudem die Forderungen. Das Management rechnet im vierten Quartal mit kräftigen Zahlungseingängen.
Schwächen und Evonik-Frage
Nicht überall lief es rund. In der Agrarsparte sank der Umsatz im Quartal um fast 20 Prozent, vor allem wegen geringerer Mengen in Südamerika. Auch Surface Technologies lag deutlich unter dem Vorjahr. Der Gewinn nach Anteilen Dritter fiel um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro, belastet durch Restrukturierungskosten.
Die Aktie rutschte im Handelsverlauf um rund 1,2 Prozent auf 51,45 Euro, nachdem sie vorbörslich noch leicht im Plus lag. Marktbeobachter sprechen von einem „Sell the news“. Jefferies beließ das Rating bei „Hold“.
Zur möglichen Evonik-Übernahme äußerte sich Konzernchef Markus Kamieth nur knapp. Eine Kombination wäre ein logischer Schritt, doch Zukäufe seien ein „could do, not a must do“. BASF werde nicht überzahlen. Die Ausschüttungen von mindestens 12 Milliarden Euro bis 2028 blieben unberührt.
Ausblick: Kosten bleiben hoch
Die Nettoverschuldung soll bis Jahresende auf rund 15 Milliarden Euro sinken. Die Investitionen fallen mit 2,8 bis 2,9 Milliarden Euro klar unter das frühere Ziel von 3,4 Milliarden Euro. Einen formalen Ausblick für 2027 gibt es nicht. Die Restrukturierungskosten dürften dann auf ähnlichem Niveau oder leicht höher liegen als 2026.
Der nächste Termin steht fest: Am 24. November lädt BASF in Ludwigshafen zum Kapitalmarkttag. Im Mittelpunkt soll dort die Agrarsparte stehen.
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