BASF hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen deutlich übertroffen und legt nun mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm nach. Der Vorstand beschloss ein Volumen von bis zu 1,0 Milliarden Euro, das von August 2026 bis Ende April 2027 laufen soll. Die zurückgekauften Aktien werden anschließend eingezogen, das Grundkapital entsprechend herabgesetzt.
Starkes Quartal treibt Prognoseanhebung
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, nach 14,8 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte auf 2,4 Milliarden Euro und lag damit klar über dem Analystenkonsens von 2,1 Milliarden Euro sowie über dem Vorjahreswert von 1,6 Milliarden Euro. Getragen wurde das Wachstum von einem Preisanstieg von 11,5 Prozent bei gleichzeitig steigenden Absatzmengen von 7,3 Prozent. Besonders kräftig zogen die Preise in den Segmenten Chemicals, Surface Technologies, Materials und Industrial Solutions an, während Agricultural Solutions und Nutrition & Care rückläufige Preise verzeichneten.
Auf dieser Basis hob BASF den Ergebnisausblick für das Gesamtjahr an: Statt bislang 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro erwartet der Konzern nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro. Am Ziel für den freien Cashflow von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro hält BASF unverändert fest.
Coatings-Verkauf hebt Halbjahresergebnis
Das Ergebnis nach Steuern für das erste Halbjahr sprang auf 5,1 Milliarden Euro, nach lediglich 108 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Sprung geht maßgeblich auf einen Sondereffekt zurück: Der zum 30. Juni abgeschlossene Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle brachte einen Veräußerungsgewinn von 3,9 Milliarden Euro vor Steuern beziehungsweise 3,5 Milliarden Euro nach Steuern ein. Zusätzlich flossen im zweiten Quartal 522 Millionen Euro aus dem Abbau von Anteilen an Harbour Energy zu. Beide Transaktionen verschaffen BASF finanziellen Spielraum, den der Konzern nun für Ausschüttungen und Schuldenabbau nutzt.
Rückkauf, Dividende und Schuldenabbau im Paket
Der neue Rückkauf reiht sich in ein bereits laufendes Programm ein: Zwischen November 2025 und Juni 2026 erwarb BASF Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro. Insgesamt 31.600.261 Aktien, das entspricht etwa 3,5 Prozent des Grundkapitals, sollen eingezogen werden. Parallel bekräftigte das Unternehmen seine Ausschüttungspolitik: Geplant ist eine jährliche Dividende von mindestens 2,25 Euro je Aktie, was einem Gesamtvolumen von rund 2 Milliarden Euro entspricht. Zugleich will BASF die Nettoverschuldung reduzieren und im dritten Quartal Anleihen und Darlehen mit einem Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzahlen. Das Zusammenspiel aus Kapitalrückgabe und Entschuldung signalisiert, dass der Konzern die Erlöse aus den Portfolioverkäufen gezielt zur Bilanzstärkung einsetzt, statt sie ausschließlich in neues Wachstum zu stecken.
Kursreaktion und Analystenblick
An der Börse kam die Kombination aus Prognoseanhebung und Kapitalrückgabe gut an: Am Freitag schloss die BASF-Aktie bei 51,34 Euro, ein Plus von 0,90 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Zuwachs von 15,55 Prozent, zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro vom 14. April fehlen der Aktie aber noch 6,74 Prozent. Mitte Juli, vor der Bekanntgabe der angehobenen Jahresprognose, hatte Berenberg das Kursziel für BASF von 52 auf 47 Euro gesenkt und die Einstufung „Hold“ vergeben – eine Einschätzung, die vor den jüngsten Zahlen erfolgte und die verbesserte Ergebnisdynamik des zweiten Quartals noch nicht abbilden konnte.
Operativ meldete BASF zudem ein Recyclingprojekt für Alt- und Ausschussreifen gemeinsam mit Pirelli, Pyrum und Synthos, das Rohstoffkreisläufe schließen soll – ein kleinerer Baustein neben den dominierenden Finanzthemen. Die nächste Standortbestimmung folgt mit den Zahlen zum dritten Quartal, die BASF für den 28. Oktober angekündigt hat.
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