Der Chemiekonzern BASF forciert seine Asien-Strategie in einem rauen Marktumfeld. Während das operative Geschäft weltweit von Preisdruck und lokalen Überkapazitäten gebremst wird, soll die kommende Branchenmesse Chinaplas in Shanghai als Katalysator für neues Wachstum dienen. Der Spagat zwischen milliardenschweren Investitionen in Fernost und einem strikten Sparkurs in der Heimat prägt derzeit die strategische Ausrichtung des Unternehmens.
Großprojekt in China liefert ab
Das Fundament dieser Fernost-Offensive bildet der neue Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang. Zu Jahresbeginn nahm BASF dort planmäßig den zentralen Steamcracker in Betrieb, der mit einer Jahreskapazität von einer Million Tonnen Ethylen aufwartet und vollständig mit erneuerbaren Energien angetrieben wird. Bemerkenswert ist dabei die finanzielle Disziplin: Die Bauarbeiten für das auf 8,7 Milliarden Euro veranschlagte Megaprojekt verlaufen derzeit unterhalb des Budgets.
Auf der im April anstehenden Chinaplas will das Unternehmen nun die passenden Produkte für diesen Kapazitätsaufbau im asiatischen Raum präsentieren. Neben witterungsbeständigen Kunststoffadditiven für industrielle Anwendungen liegt ein besonderer Fokus auf der Kreislaufwirtschaft. Gemeinsam mit Porsche stellt BASF ein Pilotprojekt vor, das komplexe Fahrzeugabfälle durch chemisches Recycling wieder in den automobilen Produktionskreislauf zurückführen soll.
Sparkurs stützt die Bilanz
Den ehrgeizigen Expansionsplänen in Asien steht eine angespannte Ertragslage gegenüber. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 sank das operative Ergebnis (EBITDA vor Sondereinflüssen) um 686 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro. Als Reaktion zieht das Management die Kostenschraube weiter an. Bis Ende 2025 realisierte der Konzern bereits Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro und übertraf damit die eigenen Ziele. Bis 2026 wurde das anvisierte Sparvolumen nun auf 2,3 Milliarden Euro angehoben.
BASF SE Aktie Chart
Diese eiserne Ausgabendisziplin wird am Markt honoriert. Mit einem aktuellen Kurs von 48,30 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein solides Plus von knapp acht Prozent und stemmt sich damit gegen die schwierigen Branchenbedingungen.
Für das laufende Jahr 2026 prognostiziert BASF ein operatives Ergebnis zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro. Die Ausschüttungspolitik bleibt von den konjunkturellen Schwankungen unberührt: Bis 2028 garantiert der Konzern eine jährliche Dividende von mindestens 2,25 Euro je Aktie. Der wirtschaftliche Erfolg im laufenden Jahr hängt nun maßgeblich davon ab, ob die frischen Produktionskapazitäten in Zhanjiang trotz höherer US-Zölle und veränderter globaler Warenströme zügig ausgelastet werden können.
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