Starke Zahlen, angehobene Prognose, trotzdem keine Euphorie: BASF hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen, doch der Markt reagierte verhalten. Die Aktie schaffte es am Tag der Zahlen nicht einmal unter die fünf besten DAX-Werte. Der Grund liegt im Blick nach vorn.
Zahlen besser, Ausblick vorsichtiger
Der Chemiekonzern verbesserte seine Ertragslage spürbar, obwohl die Branche weiter unter schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und strukturellem Wettbewerbsdruck leidet. Umsatz und operativer Gewinn legten zu, die Jahresprognose hob das Management an. Allerdings stützt nicht allein eine anziehende Industriekonjunktur die Erholung.
Die angehobene Ergebnisprognose impliziert zugleich ein schwächeres Schlussquartal, als der Markt bislang eingepreist hatte. Genau hier setzen die Skeptiker an.
Kursziele zwischen 40 und 64 Euro
Das Analystenbild bleibt gespalten. Die Spanne der Kursziele spiegelt, wie unterschiedlich die Experten Zyklik, Agrargeschäft und Strategie gewichten:
- DZ Bank: Kaufempfehlung, fairer Wert 64 Euro. Analyst Peter Spengler wertet die höhere Prognose als Beleg für die Stärke der Kerngeschäfte.
- Bernstein Research: „Outperform“, Kursziel von 61 auf 59 Euro gesenkt. Analyst James Hooper rechnet für 2027 mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses.
- JPMorgan: „Underweight“, Kursziel 40 Euro. Analyst Chetan Udeshi verweist auf ein überraschend schwaches Agrarchemiegeschäft und enttäuschende Mittelzuflüsse.
Hooper nennt zudem offene Fragen: die zyklische Lage in der Basischemie und mögliche zusätzliche Unterstützung der europäischen Chemieindustrie durch die EU.
Evonik und Agrarsparte
Ein Streitpunkt sind die Gespräche über eine mögliche Übernahme von Evonik. Die DZ Bank sieht darin kein Hindernis, Bernstein führt sie unter den offenen Fragen. JPMorgan erwartet, dass BASF auf der Analystenkonferenz dazu Stellung nimmt.
Fester steht der Zeitplan für die Agrarsparte. Sie soll bis Mitte 2027 börsenreif sein. Gerade dort fiel das Geschäft zuletzt allerdings schwächer aus als erwartet.
Die Aussagen des Managements zu Evonik und zum Schlussquartal dürften zeigen, welches Lager Recht behält. Ein Kursziel von 40 Euro auf der einen und 64 Euro auf der anderen Seite markiert dafür die Messlatte.
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