BASF kommt beim geplanten Börsengang seiner Agrarsparte voran. Vorstandsmitglied Livio Tedeschi bestätigte am Dienstag den Fortschritt der Ausgliederung von Agricultural Solutions und hält am Zeitplan fest: Die Voraussetzungen für einen Börsengang sollen bis Mitte 2027 geschaffen sein. Die Regionen Nord- und Südamerika sowie Europa sind laut Tedeschi bereits größtenteils herausgelöst, Asien soll bis Ende des laufenden Jahres folgen.
Für Anleger ist das mehr als eine organisatorische Randnotiz. Die Aktionäre hatten die Ausgliederung bereits auf der Hauptversammlung im April beschlossen, nun geht es um die operative Umsetzung.
Finanzkreise taxierten die Agrarsparte im Juli auf eine Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro – rund die Hälfte dessen, was der gesamte BASF-Konzern aktuell an der Börse wert ist. Ein erfolgreicher Spin-off könnte damit erhebliche Werte heben, die im Konzernverbund derzeit nicht sichtbar sind.
Konzernumbau auf mehreren Ebenen
Die Agrar-Abspaltung ist Teil eines breiteren Umbaus. Zum 1. Mai übernahmen mit Mary Kurian und Livio Tedeschi zwei neue Vorstandsmitglieder ihre Posten, nachdem Michael Heinz planmäßig in den Ruhestand gegangen war.
Parallel investiert BASF weiter in einzelne Geschäftsbereiche: Am Montag eröffnete das Unternehmen in Mumbai ein Performance Lab für Windeln und Superabsorber, und am Agrarzentrum Limburgerhof entsteht mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag ein neues Climate Center.
Auch bei der Vermögensverwertung zeigt sich BASF selektiv. Den ursprünglich geplanten Paketverkauf von 3.300 Werkswohnungen hat der Konzern vorerst gestoppt, weil er nicht den angestrebten Mehrwert erzielt hätte.
Der separate Verkauf von rund 1.100 Eigentumswohnungen läuft dagegen weiter. Das Signal: BASF trennt sich nicht um jeden Preis von Randaktiva, sondern nur zu Konditionen, die dem Konzern nützen – eine Haltung, die sich auch bei der Agrar-Bewertung im IPO-Prozess widerspiegeln dürfte.
Kurs nahe am Jahreshoch
An der Börse notiert die BASF-Aktie am Freitag bei 51,60 Euro und damit rund 16 Prozent im Plus seit Jahresbeginn. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht im April, fehlen noch gut sechs Prozent, während der Abstand zum Jahrestief von 41,55 Euro aus dem vergangenen Oktober bei 24 Prozent liegt.
Das Papier notiert damit deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 48,48 Euro – ein Zeichen dafür, dass der mittelfristige Trend intakt bleibt, während der Agrar-Umbau als struktureller Werttreiber im Hintergrund weiterläuft.
Der Fahrplan bis Mitte 2027 gibt Investoren einen konkreten Zeithorizont, an dem sich der Fortschritt messen lässt. Bis dahin dürfte jede Nachricht zur Ausgliederung – von regionalen Meilensteinen bis zu Bewertungsfragen – als Gradmesser dafür dienen, ob BASF den angepeilten Wertsprung tatsächlich realisieren kann.
BASF-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BASF-Analyse vom 23. August liefert die Antwort:
Die neusten BASF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BASF-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
