BASF kommt beim geplanten Börsengang seiner Agrarchemie-Sparte spürbar voran. Der rechtliche und operative Carve-out des Geschäftsbereichs Agriculture Solutions ist für Nord- und Südamerika sowie Europa nach Unternehmensangaben weitgehend abgeschlossen, für Asien soll er bis Jahresende folgen. Die Voraussetzungen für einen Börsengang will der Konzern bis Mitte 2027 schaffen, das eigentliche IPO ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.
Die Dimension des Vorhabens ist beträchtlich: Agriculture Solutions beschäftigt mehr als 14.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro.
Medienberichten zufolge könnte die Sparte bei einem Börsengang mit 20 bis 30 Milliarden Euro bewertet werden – eine Summe, die verdeutlicht, welches Gewicht das Agrargeschäft innerhalb des Ludwigshafener Konzerns hat und welchen Wertbeitrag eine erfolgreiche Abspaltung für die Anteilseigner freisetzen könnte.
Strategischer Umbau nimmt Form an
Der Agrar-Spin-off ist Teil eines umfassenderen Konzernumbaus. Erst Ende Juni hatte BASF das Lackgeschäft für 7,7 Milliarden Euro an Carlyle verkauft – ein Schritt, der die Aktie seither um gut 14 Prozent nach oben getrieben hat.
Auch der jüngste Aktienrückkauf, vor gut einer Woche beschlossen, reiht sich in diese Strategie der Portfoliobereinigung ein: BASF konzentriert sich zunehmend auf sein Kerngeschäft und trennt sich von Randbereichen, die als eigenständige Einheiten mehr Wert schaffen könnten als innerhalb des Konzerns.
Auf operativer Ebene treibt BASF das Agrargeschäft parallel weiter voran. Vergangene Woche stellte der Konzern mit xarvio CONNECT 2.0 eine neue Generation tragbarer Hardware für die Landwirtschaft in Nordamerika vor.
Die Geräte sollen einen sicheren Datenaustausch zwischen der digitalen Plattform xarvio FIELD MANAGER und landwirtschaftlichen Maschinen ermöglichen. Solche Digitalisierungsschritte unterstreichen, dass BASF die Agrarsparte nicht nur abspaltet, sondern sie zugleich für den eigenständigen Kapitalmarktauftritt attraktiver machen will.
Aktie nahe Jahreshoch
Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 53,47 Euro und liegt damit nur 2,9 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das Mitte April erreicht wurde. Gegenüber dem Tief von 41,55 Euro im vergangenen Oktober hat sich das Papier um 29 Prozent erholt.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 20 Prozent zu Buche – eine Entwicklung, die auch die zuletzt angehobene Ergebnisprognose des Konzerns stützt, deren positive Wirkung mit einem Kursanstieg von rund 6 Prozent seit der Bekanntgabe vor etwa einem Monat bereits eingepreist scheint.
Für Anleger bleibt der Agrar-Börsengang der zentrale mittelfristige Katalysator. Zwischen dem heutigen Stand des Carve-outs und dem geplanten Listing im zweiten Quartal 2027 liegen noch mehrere Etappen – die Fertigstellung des asiatischen Geschäftsteils, die Erfüllung der IPO-Voraussetzungen bis Mitte 2027 und letztlich die Marktbewertung selbst.
Gelingt die Ausgliederung wie geplant, dürfte BASF nicht nur einen möglichen Milliardenerlös realisieren, sondern sich als schlankerer Chemiekonzern präsentieren, der sich auf sein industrielles Kerngeschäft fokussiert.
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