Der Chemiekonzern BASF leitet die nächste Phase seiner Neuausrichtung ein. Mit dem Programm „CoreShift“ will das Management die Fixkosten in den Kernbereichen drastisch senken – und zwar um bis zu 20 Prozent bis 2029, gemessen am Niveau von 2024.
Den Auftakt für die Finanzierung dieser Transformation lieferte der Coatings-Verkauf. Im Juli nahm die an Carlyle veräußerte Sparte als Surventis den Betrieb auf. BASF kassierte dafür rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern – bei einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden. Der Konzern hält noch 40 Prozent an Surventis und bleibt so an der künftigen Wertentwicklung beteiligt.
Kernbereiche im Umbau
Das neu geschaffene „Core Transformation Office“ unter Leitung von Julia Raquet steuert den Umbau. Betroffen sind alle Kerngeschäfte, Service-Einheiten und die Konzernzentrale selbst. Konkrete Stellenstreckungen nannte BASF bislang nicht. Klar ist: Die Einsparungen sollen zahlungswirksam sein – nicht nur bilanzielle Buchgewinne.
Parallel läuft das Sparprogramm aus früheren Jahren. Von den angepeilten 2,3 Milliarden Euro jährlicher Einsparungen bis Ende 2026 hat BASF bereits rund 1,9 Milliarden Euro erreicht. Die größte Baustelle bleibt der Standort Ludwigshafen. Während internationale Projekte zuletzt positiv liefen, kämpft das Stammwerk weiter um Wettbewerbsfähigkeit.
Aktie im Wartemodus
Die BASF-Aktie notiert bei 47,40 Euro – exakt auf Höhe des 200-Tage-Durchschnitts. Der RSI von 39,0 signalisiert eine leichte Verkaufspanik, aber noch keinen überverkauften Zustand. Der Abstand zum Jahreshoch (55,05 Euro) beträgt knapp 14 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp sechs Prozent.
Die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 dürften im Laufe des Juli Aufschluss geben, wie weit „CoreShift“ bereits greift – und welche Folgen die Surventis-Entkonsolidierung für die Bilanz hat.
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