Chemiekonzerne haben gerade keine leichte Zeit. Hohe Energiepreise, starker Wettbewerb aus Asien – die Branche ächzt. Und dennoch: Die BASF-Aktie steht besser da, als man erwarten würde. Mit 49,26 Euro notiert der Titel am Mittwoch 0,4 Prozent im Plus. Er holt damit langsam wieder etwas Luft nach dem jüngsten Rücksetzer von gut sieben Prozent binnen eines Monats.
Das 52-Wochen-Hoch bei 55 Euro ist zwar noch zehn Prozent entfernt. Ein Grund für verhaltene Zuversicht gibt es trotzdem: die Ausschüttungspolitik.
Analysten rechnen mit höherer Dividende
Für das vergangene Geschäftsjahr gab es 2,25 Euro je Aktie. Im laufenden Jahr könnten es 2,28 Euro werden, so die Prognose mehrerer Analysten. Bezogen auf den aktuellen Kurs wäre das eine Dividendenrendite von rund 4,6 Prozent – ein Wert, der im aktuellen Niedrigzinsumfeld für Aufmerksamkeit sorgt.
Die Rechnung geht aber nur auf, wenn der Gewinn stimmt. Erwartet wird ein EPS von 2,78 Euro für 2026, nach mageren 1,82 Euro im Vorjahr. Nur so lässt sich die ambitionierte Ausschüttungsquote finanzieren. BASF plant, zwischen 2025 und 2028 mindestens zwölf Milliarden Euro an die Aktionäre zurückzugeben – über Dividenden und Aktienrückkäufe.
Rückkauf-Ende mit Folgen
Das Problem: Ein wichtiger Kurspuffer fällt in den kommenden Wochen weg. Die erste Tranche des Rückkaufprogramms mit einem Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro soll Ende Juni abgeschlossen sein.
Bisher hat dieses Volumen den Kurs gestützt – ein regelmäßiger Käufer im eigenen Papier. Ohne diesen Effekt rückt das operative Geschäft wieder stärker in den Fokus. Der nächste Quartalsbericht kommt voraussichtlich im Juli. Dann müssen die Zahlen liefern.
Die Sparoffensive trägt den Namen „CoreShift“ – ihr Ziel: die Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 deutlich senken. Fortschritte hier wären ein starkes Signal.
Spezialchemie als Stabilitätsanker
BASF zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten punktuelle Erfolge möglich sind. Eine vertiefte Partnerschaft mit dem südkoreanischen Hersteller Comotomo ist ein gutes Beispiel. BASF liefert den Hochleistungskunststoff Ultrason® P 2010 für innovative Babyprodukte.
Solche Nischen, in denen funktionale Materialien und technische Kunststoffe gefragt sind, sichern Margen. Und sie unterstreichen, warum der Standort Zhanjiang in China so wichtig ist. Dort entstehen Kapazitäten genau für diese margenstarken Produkte – direkt in der Wachstumsregion Asien.
Charttechnisch liegt der RSI bei 41,7, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei knapp fünf Prozent. Die Aktie hat sich stabilisiert, steht aber noch nicht im Aufwärtstrend. Der Blick richtet sich jetzt auf den Juli – dann entscheidet sich, ob die operative Erholung tatsächlich Fahrt aufnimmt.
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