Die Barrick-Aktie steht an diesem Freitag gleich aus mehreren Gründen im Fokus: Der kanadische Goldproduzent zahlt eine außergewöhnlich hohe Quartalsdividende von 0,42 US-Dollar aus – mehr als doppelt so viel wie zuvor üblich. Gleichzeitig setzt ein ungewöhnlich starker Anstieg der Call-Optionen ein Zeichen für bullishe Erwartungen unter Tradern. Doch hinter den Kulissen brodelt ein Rechtsstreit mit Joint-Venture-Partner Newmont, der die geplante Abspaltung der nordamerikanischen Assets gefährden könnte.
Neue Dividendenpolitik und außergewöhnliches Optionsvolumen
Barrick hat seine Dividendenpolitik grundlegend überarbeitet. Das Unternehmen schüttet künftig 50 Prozent des freien Cashflows an die Aktionäre aus, bestehend aus einer festen Basisdividende von 0,175 US-Dollar pro Quartal plus einem variablen Aufschlag, der von der Geschäftsentwicklung abhängt. Die jetzige Ausschüttung von 0,42 US-Dollar spiegelt die starke Cashflow-Generierung des vierten Quartals wider.
Parallel dazu verzeichnete die Aktie am Donnerstag einen außergewöhnlichen Anstieg beim Handel mit Call-Optionen. Mit 279.555 gekauften Calls lag das Volumen rund 606 Prozent über dem durchschnittlichen Tageswert. Das deutet auf eine ausgeprägte Wette auf steigende Kurse hin – möglicherweise angetrieben durch die Erwartung, dass die hohe Dividende und die starken Quartalszahlen weitere Käufer anziehen.
Barrick Mining Corporation Aktie Chart
Streit mit Newmont belastet geplanten Börsengang
Weniger erfreulich entwickelt sich die Lage beim Joint Venture Nevada Gold Mines. Newmont warf Barrick in einer offiziellen Mitteilung vor, Ressourcen aus dem gemeinsamen Projekt abgezogen und zugunsten des 100-prozentigen Fourmile-Projekts eingesetzt zu haben. Newmont verschickte daraufhin eine formelle Verzugsmitteilung – ein ungewöhnlich scharfer Schritt zwischen zwei etablierten Partnern.
Barrick reagierte mit der Ernennung von zwei neuen Führungskräften: James J. McGuire wird Chief Legal and Policy Officer, Woo Lee übernimmt als Chief Global Affairs Officer die Verantwortung für die weltweite Regierungskommunikation. Beide Positionen sind strategisch bedeutsam, da der Konflikt mit Newmont nicht nur rechtliche, sondern auch politische Dimensionen hat. Der geplante Börsengang der nordamerikanischen Assets – inklusive des umstrittenen Nevada-Anteils – steht auf dem Spiel.
Starke Zahlen, aber steigende Kosten
Das vierte Quartal 2025 war das bislang beste in der jüngeren Unternehmensgeschichte: Der operative Cashflow kletterte auf 2,73 Milliarden US-Dollar, der freie Cashflow auf 1,62 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,04 US-Dollar deutlich über der Analystenerwartung von 0,90 US-Dollar. Für das Gesamtjahr meldete Barrick Erlöse von knapp 17 Milliarden US-Dollar.
Allerdings stiegen auch die Kosten spürbar. Die Guidance für 2026 sieht All-in Sustaining Costs (AISC) von 1.760 bis 1.950 US-Dollar pro Unze vor – höher als von einigen Analysten erhofft. Die Goldproduktion soll auf 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen sinken, verglichen mit tatsächlich geförderten 3,26 Millionen Unzen im Jahr 2025.
Fourmile als Wachstumshoffnung
Ein zentraler Pfeiler der Barrick-Strategie ist das Fourmile-Projekt in Nevada. Die ausgewiesenen Goldressourcen konnten im zweiten Jahr in Folge verdoppelt werden und liegen nun bei 2,6 Millionen Unzen in der Kategorie „angezeigt“ sowie 13 Millionen Unzen in der Kategorie „vermutet“. Für 2026 sind Bohrausgaben von 150 bis 160 Millionen US-Dollar geplant – ein deutlicher Anstieg gegenüber 91 Millionen im Vorjahr.
Das Projekt soll Teil der neuen, abzuspaltenden Gesellschaft werden, die unter der Bezeichnung „NewCo“ firmiert und noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden soll. Barrick will 85 bis 90 Prozent der Anteile behalten. CEO Mark Hill, der im Februar vom Interim- zum permanenten Chef befördert wurde, soll den Prozess federführend begleiten.
Ausblick: Viel Potenzial, aber auch Risiken
Barrick navigiert durch eine Phase der Gegensätze. Einerseits profitiert das Unternehmen von hohen Goldpreisen, einer rekordhohen Ausschüttung und einem vielversprechenden Explorationsprojekt. Andererseits belasten steigende Kosten, ein schwelender Rechtsstreit und die Unsicherheit rund um den geplanten Börsengang die Perspektive. Wie schnell und wie glimpflich der Konflikt mit Newmont beigelegt werden kann, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob der NewCo-IPO wie geplant bis Jahresende umgesetzt werden kann.
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