Banco Sabadell ordnet ihre Standorte grundlegend neu und bereitet den Start eines Technologie-Hubs vor. Die spanische Großbank trennt sich von mehreren Verwaltungsgebäuden, um Ressourcen in zukunftsfähige Zentren zu bündeln. An der Börse gibt das Papier heute um 2,3 Prozent auf 3,57 Euro nach.
Damit vergrößert sich der Abstand zum jüngsten 52-Wochen-Hoch von 3,79 Euro leicht. Die Neuausrichtung der Bürostandorte markiert einen weiteren Schritt im Umbauprozess unter Marc Armengol. Der Vorstandschef hatte das Institut im Mai 2026 nach dem Scheitern des Übernahmeangebots von BBVA übernommen.
Neuer Projekt-Hub in Sant Cugat
Kernelement der Pläne ist ein neuer Projekt-Hub für künstliche Intelligenz, Private Banking und digitales Banking am Unternehmensstandort Sant Cugat. Ein provisorischer Hub mit zwölf Projekten soll bereits Mitte Oktober an den Start gehen. Das endgültige Technologiezentrum für mehrere hundert Beschäftigte ist für 2030 geplant.
Die Innenrenovierung des Hauptgebäudes in Sant Cugat wird zwei Jahre in Anspruch nehmen. Im Zuge der Maßnahmen zieht die Bank Personal aus Sabadell schrittweise nach Sant Cugat ab. Davon betroffen sind rund 1.000 Beschäftigte aus dem Gebäude an der Plaça Catalunya, dessen Veräußerung die Bank prüft. Der satzungsmäßige Sitz verbleibt unverändert an der Plaça Sant Roc.
Bündelung von Kapazitäten in Alicante
Parallel dazu bündelt das Kreditinstitut seine Kapazitäten in der Provinz Alicante. In die Modernisierung des Standorts an der Avenida Óscar Esplá sollen binnen zwei Jahren zwischen sechs und neun Millionen Euro fließen. Künftig werden dort über 600 Arbeitskräfte tätig sein, darunter zusätzliche Fachkräfte aus dem Zentrum Agua Amarga.
Die bisher genutzten Liegenschaften in Agua Amarga und der Calle San Fernando sollen veräußert werden. Für das Objekt an der Calle San Fernando liegt ein Kaufangebot über sechs Millionen Euro vor, über das bislang keine Einigung erzielt wurde. In der Region Alicante beziffert Sabadell den eigenen Marktanteil bei Privatkunden auf 33 Prozent.
Kartellrechtliche Untersuchung im Hypothekensektor
Neben den internen Umbauten steht der spanische Bankensektor im Fokus der Behörden. Die Wettbewerbsbehörde CNMC forderte im Rahmen eines Verfahrens Mitschnitte öffentlicher Auftritte von Sabadell und weiteren Instituten an. Geprüft werden Äußerungen zu Festzins-Hypotheken zwischen Juli 2025 und Juni 2026. Eine kartellrechtliche Prüfung dieser Art kann bis zu 24 Monate dauern.
Die Neuordnung der Büroflächen fügt sich in den umfassenden Umbauprozess der Bank ein. Vor über einem Monat hatte das Institut ein Aktienrückkaufprogramm gestartet; die Aktie verlor seither 1,8 Prozent. Mit der Bündelung moderner Arbeitsplätze treibt Sabadell die Weiterentwicklung des operativen Geschäfts voran.
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