Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: Kernaktionäre zögern vor Abstimmung

Symbolbild, KI-generiert

Delfin prüft noch, Caltagirone tendiert zur Ablehnung; Intesa Sanpaolo hat mehr als 75 Prozent der nötigen Genehmigungen erhalten.

Auf einen Blick:
  • Delfin legt sich nach Prüfung fest
  • Caltagirone neigt zu einem Nein
  • Ministerium will Versammlung fernbleiben
  • Intesa erhielt über 75 Prozent der Genehmigungen

Im Ringen um die Eigenständigkeit der Banca Monte dei Paschi di Siena wächst der Druck auf die Führung des toskanischen Traditionshauses. Während Vorstandschef Luigi Lovaglio öffentlich eine Nachbesserung der milliardenschweren Kaufofferte von Intesa Sanpaolo einfordert, bröckelt im Vorfeld der entscheidenden Aktionärsversammlung am 29. Oktober die Unterstützung unter den eigenen Kernaktionären. An der Börse verliert das Wertpapier der Bank heute 2,8 Prozent auf 11,43 Euro.

Zögernde Großaktionäre vor der Abstimmung

Für das von Lovaglio forcierte Gegenmodell – die parallelen Tauschangebote für die Banco BPM und den Vermögensverwalter Banca Generali – benötigt das Management auf der außerordentlichen Hauptversammlung eine Zweidrittelmehrheit des anwesenden Kapitals. Genau diese Hürde droht nun zu wackeln.

Die Holding Delfin, die mit 17,5 Prozent die größte Beteiligung an Monte dei Paschi hält, will ihre Haltung erst nach Abschluss einer Prüfung durch die Beratungsgesellschaft Lazard festlegen. Der Unternehmer Francesco Gaetano Caltagirone, der 13,5 Prozent kontrolliert, tendiert Medienberichten zufolge zu einer Ablehnung der Management-Pläne.

Lovaglio räumte in einem Interview mit Bloomberg TV ein, über das Vorhaben bislang nicht persönlich mit den beiden Kernaktionären gesprochen zu haben. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass diese den industriellen Wert erkennen würden.

Zusätzliche Dämpfer kommen von anderen Anteilseignern: Das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium, das 4,7 Prozent an Monte dei Paschi hält, hat angekündigt, der Versammlung fernzubleiben. Auch Banco BPM erwägt bei ihrem eigenen Anteil von 3,7 Prozent ein Nichterscheinen.

Der Pensionsfonds Enasarco wiederum, der ein Prozent hält, signalisierte Bereitschaft, die Offerte von Intesa Sanpaolo im Falle einer Nachbesserung anzunehmen. Ein Scheitern der Abstimmung brächte das toskanische Institut in Bedrängnis: Lovaglio bestätigte, dass es für diesen Fall derzeit keinen alternativen Plan gebe.

Lovaglios Werben und Vorstoß in Richtung UniCredit

Um die Attraktivität der eigenen Pläne zu untermauern, verweist das Management auf eine in Aussicht gestellte Sonderdividende im Gesamtumfang von 4 Milliarden Euro, die teils in bar und teils in Form von Generali-Aktien ausgeschüttet werden soll.

Lovaglio betonte zudem, dass die Monte-Paschi-Offerten den Preisdruck auf Intesa Sanpaolo hochhielten. Das Angebot des Mailänder Marktführers im Volumen von 30,6 Milliarden Euro spiegele den wahren Wert der sienesischen Bank bislang nicht wider.

Gleichzeitig brachte der Vorstandschef überraschend UniCredit ins Gespräch. Sollten Zusammenschlüsse aus kartellrechtlichen Gründen den Verkauf von Filialen im Norden Italiens erfordern, sei UniCredit eine denkbare Option für die Übernahme dieser Standorte. Lovaglio stellte allerdings zugleich klar, dass hierzu bislang keinerlei konkrete Gespräche geführt wurden.

Intesa Sanpaolo nimmt regulatorische Hürden

Während Monte dei Paschi um Geschlossenheit ringt, meldet der Bieter Fortschritte: Wie Il Corriere della Sera berichtet, hat Intesa Sanpaolo für sein Angebot bereits mehr als 75 Prozent der insgesamt 46 erforderlichen Genehmigungen von Behörden aus rund 30 Ländern erhalten – jeweils ohne einschränkende Auflagen.

Die zentrale Entscheidung der Europäischen Zentralbank wird für Mitte bis Ende Oktober erwartet, woraufhin die italienische Wertpapieraufsicht Consob über den Zulassungsprospekt befinden muss.

Trotz der heutigen Kursverluste steht für die Anteilseigner der Banca Monte dei Paschi seit Jahresanfang noch immer ein Wertzuwachs von 25 Prozent zu Buche. Die Entscheidung über die Zukunft des Instituts dürfte nach dem Aktionärstreffen Ende Oktober in den Monaten November und Dezember fallen.

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