Während sich Italiens Bankenlandschaft im Übernahmekampf neu sortiert, liefert Monte dei Paschi ausgerechnet jetzt die stärksten Halbjahreszahlen seit Jahren. Der Gewinnsprung kommt in einer Phase, in der das Management gleich mehrere strategische Fronten offenhält — von einem Intesa-Angebot bis zu geplatzten Fusionsgesprächen mit Banco BPM.
Starkes Halbjahr, angehobene Ziele
Der Nettogewinn kletterte im ersten Halbjahr um 25,3 Prozent auf 1,118 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal allein waren es mehr als 600 Millionen Euro, ein Plus von gut 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Getragen wurde die Entwicklung von kräftigem Provisionswachstum und einer strafferen Kostenkontrolle — die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 43 Prozent im Halbjahr.
Die Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 16,3 Prozent, rund 680 Basispunkte über der Regulierungsanforderung. Das Management hob die Gewinnprognose vor Steuern für das Gesamtjahr 2026 auf 3,6 Milliarden Euro an und sprach von einer Integration mit Mediobanca, die schneller voranschreite als geplant. Die anvisierten Synergien von 700 Millionen Euro könnten um weitere 100 Millionen Euro übertroffen werden.
Die Aktie reagierte auf die Zahlen verhalten und notierte zuletzt bei knapp 11,93 Euro, ein Plus von etwa einem Prozent.
Strategischer Fahrplan bleibt offen
Der Vorstandsvorsitzende Luigi Lovaglio nutzte den Ergebnistermin, um die Position der Bank im laufenden Übernahmepoker zu unterstreichen. Zum Angebot von Intesa Sanpaolo hält der Aufsichtsrat an seiner bereits im Juli veröffentlichten Einschätzung fest: Die Offerte kompensiere Aktionäre nicht ausreichend für Kontrolle, Synergien und Franchise-Wert der kombinierten Gruppe mit Mediobanca.
Die im Juli begonnenen Fusionsgespräche mit Banco BPM sind derweil beendet — die Entscheidung ging vom Board der Banco BPM aus, wie Lovaglio betonte. Eine erneute Annäherung schloss er nicht kategorisch aus, verwies aber darauf, dass aktuell keine Transaktion verhandelt werde.
Auch die Generali-Beteiligung bleibt ein offener Punkt. Lovaglio bezeichnete sie als „nice to have“ mit strategischer Optionalität, ohne sich auf einen Verkauf oder eine Ausschüttung an Aktionäre festzulegen. Für die Integration mit Mediobanca hat die Bank zusätzlich Keefe, Bruyette & Woods als weiteren Finanzberater engagiert.
Die nächste konkrete Wegmarke ist terminiert: Die außerordentliche Hauptversammlung zur Mediobanca-Fusion soll in der ersten Septemberhälfte einberufen werden, die entsprechende Einladung soll ebenfalls Anfang September verschickt werden. Regulatorische Genehmigungen für den Zusammenschluss werden für das dritte Quartal angestrebt, die operative Wirksamkeit der Reorganisation für das vierte Quartal 2026.
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