Banca Monte dei Paschi di Siena-Aktie: Und nun?

Die Banca Monte dei Paschi di Siena-Aktie hat als Reaktion auf den Übernahmepoker seit Wochenbeginn um 17% zugelegt. Wie geht es in Sachen Übernahme nun weiter?

Auf einen Blick:
  • MPS-Vorstand berät über Angebot von Intesa und Banco BPM
  • Neuordnung der Machtverhältnisse im italienischen Bank- und Versicherungswesen
  • Auch Kartellbehörden und Regierung in Rom werden mitreden

Die Banca Monte dei Paschi di Siena-Aktie hat als Reaktion auf den Übernahmepoker seit Wochenbeginn um 17 Prozent zugelegt. Wie geht es in Sachen Übernahme nun weiter?

Darum geht es bei der Übernahme

Die Karten sind nun auf dem Tisch. Am Sonntagabend preschte die drittgrößte italienische Bank, die Banco BPM, überraschend vor. Sie schlug MPS offiziell Verhandlungen über eine einvernehmliche „Fusion unter Gleichen“ vor. Ziel war es, die Kräfte zu bündeln und eine dritte italienische Großbank zu schaffen.

Nur wenige Stunden später, am Montagmorgen, ließ Italiens größtes Bankenhaus Intesa Sanpaolo die Bombe platzen und grätschte dazwischen. Intesa gab ein ungebetenes Kauf- und Umtauschangebot im Wert von sage und schreibe 30,6 Milliarden Euro für die gesamte Monte dei Paschi ab.

Die beiden Angebote werden nun vom Vorstand der MPS geprüft. Er muss nun abwägen, ob er eine Fusion mit der Banco BPM bevorzugt, um die eigene Identität und Marke besser zu schützen, oder vor dem Angebot von Intesa Sanpaolo einknickt.

Bei diesem Kampf um die Banca Monte dei Paschi geht es längst nicht mehr nur um die Filialen der ältesten Bank der Welt. MPS hat sich nach ihrer harten Sanierung im vergangenen Jahr den langjährigen Großaktionär Mediobanca einverleibt. Wer also Monte dei Paschi kauft, bekommt die Kontrolle über Mediobanca und wird damit automatisch zum wichtigsten Großaktionär des gigantischen Versicherungskonzerns Generali. Hier geht es also um die absolute Vormachtstellung im italienischen Asset-Management, Investmentbanking und Versicherungssektor.

Zwei weitere Parteien reden mit

Zudem haben in dieser Angelegenheit noch zwei weitere Parteien ein Wörtchen mitzureden, und zwar die Kartellbehörden und die Regierung in Rom. Da Intesa bereits die Nummer 1 in Italien ist, wird die europäische und italienische Kartellbehörde ganz genau hinsehen.

Die italienische Regierung unter Giorgia Meloni hat MPS über Jahre mühsam reprivatisiert. Rom hatte eigentlich den Plan, einen dritten großen Bank-Player neben Intesa und UniCredit zu schaffen. Diese Strategie wäre mit der Banco-BPM-Fusion perfekt aufgegangen.

Ein Erfolg von Intesa würde diesen Plan zerstören. Allerdings hat das Intesa-Angebot den Vorteil, dass die sensiblen Generali-Anteile garantiert in italienischer Hand bleiben. Die informellen Signale aus dem Finanzministerium in den nächsten Tagen werden den Ausgang des Krimis maßgeblich beeinflussen.

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