Nach den deutlichen Verlusten am Vormittag kann sich die Aktie von Banca IFIS am Nachmittag etwas stabilisieren. Das Papier verzeichnet heute ein Minus von 9,8 % und notiert bei 12,71 €. Auslöser des Kursrückgangs ist ein Aufsichtsbericht der italienischen Notenbank.
Die Aufsichtsbehörde rügte darin kritische Mängel bei der Geldwäschebekämpfung, den Cyberrisiken sowie den internen Kreditprozessen und leitete Schritte für zusätzliche Eigenkapitalanforderungen ein.
Während der italienische Bankensektor am heutigen Handelstag insgesamt zulegen konnte, geriet das Institut durch die aufsichtsrechtlichen Feststellungen unter Verkaufsdruck. Laut der Nachrichtenagentur Reuters führte der anfängliche Kurssturz am Vormittag zeitweise zu einer automatischen Handelsunterbrechung.
Drohende Kapitalauflagen und zwei Verfahren
Die Bank of Italy hatte die Sonderprüfung zwischen Januar und Juni 2026 durchgeführt und ihren Bericht am Mittwoch an das Kreditinstitut übermittelt. Das abschließende Urteil der Aufseher fiel „teilweise unvorteilhaft“ aus. Neben Schwachstellen in den IT- und Kontrollsystemen beanstandete die Behörde auch Defizite in der internen Unternehmensführung.
Infolge der Prüfergebnisse eröffnete die Aufsicht ein Verfahren zur Festlegung zusätzlicher Eigenkapitalanforderungen für die Bank. Parallel dazu wurden zwei Strafverfahren gegen das Institut eingeleitet, zu deren Inhalten bislang keine Einzelheiten bekannt gegeben wurden.
Vorstand beschließt Maßnahmenkatalog
Die Führung des Finanzinstituts reagierte auf die Rügen der Notenbank mit der Ankündigung organisatorischer Anpassungen. Der Verwaltungsrat beschloss, die Kreditvergabeprozesse umgehend zu überprüfen und die internen Risiko- sowie Kontrollfunktionen personell zu verstärken.
Zudem soll ein neuer Geschäftsplan ausgearbeitet werden, um die aufsichtsrechtlichen Bedenken abzuarbeiten. An der operativen Spitze übernimmt Raffaele Zingone als neuer CEO die Führung, nachdem Frederik Geertman abgelöst wurde.
Fusionsgenehmigung setzt operativen Gegenpol
Parallel zu den Beanstandungen erteilte die italienische Notenbank heute eine wichtige strategische Freigabe. Die Behörde genehmigte den geplanten Zusammenschluss mit der illimity Bank ohne Auflagen.
Der Vollzug der Fusion soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Das Institut bestätigte in diesem Kontext Synergien von jährlich 75 Millionen Euro ab 2027. Medienberichten zufolge liegen der Bank zudem unverbindliche Gebote für das gesamte Segment notleidender Kredite vor, für das bis Jahresende verbindliche Angebote erwartet werden.
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