Ballard Power hat in zwei Wochen 64 Prozent zugelegt. Der Brennstoffzellen-Spezialist profitiert von einem Governance-Umbau, verbesserten Q1-Zahlen und einer Welle neuer Kursziele — doch ein Risiko bleibt.
Weichai verkauft sich aus dem Board
Weichai Power hat seine beiden Board-Vertreter, Michael Chen und Huajie Wang, am 13. Mai aus dem Verwaltungsrat von Ballard Power abberufen. Grund: Der chinesische Konzern verkaufte rund 6,9 Millionen Aktien über seine Hongkonger Tochter und fiel damit unter die 15-Prozent-Schwelle. Laut Investorenvereinbarung erlischt ab diesem Punkt das Recht auf zwei Board-Sitze.
Weichai verkaufte zwischen dem 13. und 15. Mai weitere 8,15 Millionen Aktien zu durchschnittlich 5,65 kanadischen Dollar — Erlös: 46 Millionen Dollar. Der Anteil sank auf 10,32 Prozent.
Parallel reichte Weichai Hong Kong ein Form 144 für den möglichen Verkauf von bis zu 15 Millionen weiteren Aktien ein. Die Anti-Verwässerungsrechte aus der Investorenvereinbarung bleiben nur bestehen, solange Weichai mindestens zehn Prozent hält. Die nächsten Transaktionen könnten entscheidend sein.
Q1-Zahlen liefern Substanz
Die Rally fußt auf operativen Fortschritten. Ballard meldete für Q1 2026 einen Umsatz von 19,4 Millionen Dollar — ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge kletterte auf 14 Prozent, nach minus 23 Prozent im Vorjahresquartal. Der Konzern schloss das Quartal mit 516,8 Millionen Dollar Cash ab.
Bus-Erlöse sanken um 46 Prozent auf 6,8 Millionen Dollar. Rail-Umsätze explodierten um 4.472 Prozent auf 5,1 Millionen Dollar, stationäre Anwendungen stiegen um 775 Prozent auf 5,2 Millionen Dollar.
Der operative Cashflow-Verbrauch fiel um 68 Prozent auf 7,8 Millionen Dollar. Bankschulden: null. Finanzierungsbedarf: kurzfristig keiner.
Analysten heben Kursziele an
Susquehanna erhöhte das Kursziel von 2,60 auf 4,25 Dollar. TD Cowen zog auf dasselbe Niveau nach und verwies auf die dritte positive Bruttomarge in Folge, 36 Prozent niedrigere Betriebskosten und 65 Prozent weniger Cash-Burn. CFRA setzte das Ziel auf 4,70 Dollar.
Lake Street stufte auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel auf fünf Dollar. Begründung: steigende Bus-Aufträge, erste Rechenzentrum-Projekte und verbesserte Margen. Die Guidance für 2026 — Capex von fünf bis zehn Millionen Dollar, Opex von 65 bis 75 Millionen Dollar — stützt die Erwartung, dass Ballard Ende 2027 den operativen Break-even erreichen könnte.
Exklusivverträge sichern Pipeline
Ballard hat mit Solaris und Wrightbus exklusive Lieferverträge für FCmove-SC-Module bis 2029 geschlossen. Wrightbus benannte Ballard als alleinigen Brennstoffzellen-Lieferanten für die StreetDeck Hydroliner Gen 3.0 Doppeldecker-Plattform. Serienproduktion: 2027.
Der Auftragsbestand sank um fünf Prozent auf 112,9 Millionen Dollar. Ballard erwartet den Großteil der 2026er-Umsätze im zweiten Halbjahr — ein Ausführungsrisiko, falls Kunden-Deployments verzögern.
An der Börse Toronto schloss die Aktie am Dienstag bei 5,11 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 123 Prozent. Der RSI liegt bei 27,5 — technisch überverkauft trotz der Rally.
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