Siemens Mobility setzt beim Aufbau der ersten Wasserstoffzugflotte in Rumänien auf Brennstoffzellentechnik von Ballard Power. Der kanadische Entwickler meldete heute einen Großauftrag über FCrail-Systeme mit einer Gesamtleistung von 4,8 Megawatt.
Die Einheiten sind für eine Flotte des Modells Mireo Plus H bestimmt, die künftig von der rumänischen Bahnreformbehörde betrieben werden soll. An der Börse reagierten die Anleger positiv auf die Meldung: Die Aktie legte im heutigen Handel um 2,0 Prozent auf 1,87 Euro zu.
Das Vorhaben gilt als wichtiger Meilenstein für die internationale Verbreitung wasserstoffbetriebener Schienenfahrzeuge. Während der Mireo Plus H zuvor vor allem auf deutschen Schienen erprobt wurde, markiert der Vorstoß nach Rumänien den ersten kommerziellen Einsatz dieser Baureihe außerhalb der Bundesrepublik. Für Ballard Power bedeutet der Auftrag zugleich den bisher umfangreichsten Einsatz seiner FCrail-Plattform im Schienenverkehr.
Zeitplan für Auslieferung und Einsatz
Die Bestellung umfasst 24 Module für zwölf Triebzüge, die schrittweise bereitgestellt werden. Für die Auslieferung der Komponenten an den Zughersteller ist das Jahr 2027 als Auftakt vorgesehen. Anschließend soll die Flotte schrittweise in Betrieb genommen werden, bevor die ersten Fahrgäste an Bord gehen.
Offen bleibt unterdessen die logistische Infrastruktur hinter dem Projekt. Die rumänische Bahnreformbehörde hat bislang nicht öffentlich gemacht, über welche Bezugsquellen und Lieferwege der erforderliche Wasserstoff bezogen werden soll.
Auf Strecken ohne durchgehende Elektrifizierung gelten brennstoffzellenbasierte Triebzüge als zentrale Möglichkeit, herkömmliche Dieselfahrzeuge zu ersetzen und Transportemissionen auf der Schiene schrittweise zu senken.
Langfristige Perspektive im Bahnsektor
Trotz des operativen Achtungserfolgs in Südosteuropa agiert das Unternehmen in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Seit Jahresbeginn steht bei dem Wertpapier ein Minus von 15 Prozent zu Buche. Anleger beobachten die langen Vorlaufzeiten im Schienenbau mit Vorsicht, da zwischen der Auftragserteilung und den finalen Auslieferungen mehrere Jahre vergehen.
Die Zusammenarbeit mit einem etablierten Bahntechnikkonzern verschafft den Kanadiern jedoch einen sichtbaren Vorteil im Wettbewerb um künftige Ausschreibungen.
Sollten weitere europäische Bahngesellschaften dem rumänischen Beispiel folgen und ihre Regionalstrecken auf emissionsfreie Antriebe umrüsten, könnten Anschlussaufträge folgen. Bis dahin richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf die fristgerechte Umsetzung der vereinbarten Lieferungen.
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