Mit neuen Betreuungskonzepten für gewerbliche Flotten versucht Ballard Power Systems, seine Einnahmequellen über den reinen Hardware-Verkauf hinaus zu verbreitern. Das kanadische Unternehmen setzt dabei verstärkt auf langfristige Bindung im nordamerikanischen Nutzfahrzeugsektor, während die Aktie an den Märkten weiterhin unter erheblichem Bewertungsdruck steht.
Garantien und Wartung für schwere Nutzfahrzeuge
Am 1. Oktober präsentierte das Unternehmen das Servicepaket Fleet360 für Betreiber von FCmove-HD+-Flotten in Nordamerika. Das Programm deckt den gesamten Lebenszyklus der Brennstoffzellensysteme ab und bündelt technische Unterstützung, kontinuierliche Systemüberwachung, Ersatzteilversorgung sowie Schulungen und Generalüberholungen.
Bestandteil dieses Programms ist das Servicepaket FCcare+, mit dem das Unternehmen eine Leistungsgarantie für die Brennstoffzellenmodule über eine Betriebsleistung von bis zu 250.000 Meilen gewährt. Mit dieser Absicherung reagiert der Hersteller auf die Anforderungen von Flottenbetreibern, die für die Umstellung ihrer Fuhrparks auf Wasserstoffantriebe verlässliche Betriebskosten und abgesicherte Laufzeiten verlangen.
Skepsis der Analysten prägt das Umfeld
An den Finanzmärkten spiegelt sich diese strategische Ausrichtung bislang nicht in steigenden Kursen wider. Im Handel am Freitag ging die Aktie mit einem Schlusskurs von 1,70 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang summieren sich die Kursverluste auf 22 Prozent, womit der Titel nur noch 2,7 Prozent über seinem bisherigen 52-Wochen-Tief von 1,66 Euro notiert.
Medienberichten zufolge strich die Schweizer Großbank UBS am 30. September ihr Kursziel für das Papier drastisch zusammen. Die Analysten reduzierten die Zielmarke von 6,50 auf 2,15 US-Dollar, bestätigten jedoch ihre neutrale Einstufung für den Titel. Die Zurückhaltung der Experten zeigt, dass der Markt trotz neuer Servicekonzepte vor allem auf nachhaltige Umsatzimpulse und tragfähige Margen wartet.
Langfristige Perspektive durch Schienenverkehr
Parallel zum Straßentransport treibt der Brennstoffzellenhersteller Projekte im Schienenverkehr voran. Im Rahmen eines Auftrags von Siemens Mobility liefert das Unternehmen 24 FCrail-Module mit einer Gesamtleistung von 4,8 Megawatt. Die Systeme sind für zwölf Mireo Plus H Züge der rumänischen Eisenbahnreformbehörde vorgesehen.
Die zeitliche Streckung dieses Großprojekts veranschaulicht allerdings auch die langen Vorlaufzeiten der Branche. Die Auslieferung der Antriebsmodule an den Schienenfahrzeughersteller ist für die Jahre 2027 und 2028 geplant, während die offizielle Aufnahme des regulären Passagierbetriebs in Rumänien erst für 2029 erwartet wird.
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