Jahrelang war die Bruttomarge bei Ballard Power ein einziger Trauerschauplatz. Minus 23 Prozent noch im ersten Quartal 2025. Jetzt, ein Jahr später, steht da eine 14. Positiv, wohlgemerkt. Das ist kein Wunder, aber es ist auch kein Selbstverständliches, und wer die Geschichte dieses Unternehmens kennt, weiß, dass solche Zahlen lange auf sich warten ließen.
Woher kommt die Wende?
Ballard hat in den vergangenen eineinhalb Jahren zwei globale Restrukturierungen durchgezogen, eine im September 2024, eine weitere im Juli 2025. Weniger Personal, weniger Produktentwicklungsprogramme, weniger Overhead. Das zieht sich durch alle Kostenpositionen.
Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben fielen im ersten Quartal 2026 um satte 48 Prozent auf 9,4 Millionen Dollar, die Vertriebskosten um 40 Prozent auf 1,5 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg demnach gleichzeitig um 26 Prozent auf 19,4 Millionen Dollar, getrieben vor allem durch Rail- und Stationary-Anwendungen, die regelrecht explodierten: Rail von 111.000 auf 5,1 Millionen Dollar, Stationary von 596.000 auf 5,2 Millionen Dollar. Bus hingegen schwächelte, minus 46 Prozent auf 6,8 Millionen Dollar.
Nordamerika legte um 102 Prozent zu, Europa gab 14 Prozent nach. China: null.
Der große Deal mit New Flyer
Im März 2026 vermeldete Ballard den bislang größten Einzelauftrag in der Partnerschaft mit New Flyer, einer Tochter von NFI Group. 500 FCmove-HD+-Brennstoffzellenmotoren, insgesamt 50 Megawatt. Die Lieferungen sollen noch 2026 beginnen und Busse der Xcelsior-CHARGE-FC-Reihe in Nordamerika antreiben. Das ist ein ordentliches Zeichen, dass die Technologie im Markt ankommt, auch wenn ein Auftrag noch kein Trend ist.
Der Nettoverlust schrumpft, aber er bleibt
Der Nettoverlust für das erste Quartal 2026 betrug 11,4 Millionen Dollar, oder minus 0,04 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal waren es noch 21,0 Millionen Dollar. Die Verbesserung kommt fast vollständig aus dem operativen Bereich, also aus dem, was das Unternehmen selbst steuern kann.
Was dagegen nicht half: Das Finanz- und sonstige Ergebnis brach um 8,5 Millionen Dollar ein, weil im ersten Quartal 2025 noch hohe Einnahmen auf Langfristinvestitionen anfielen, die jetzt fehlen. Stattdessen gab es diesmal Verluste von 1,9 Millionen Dollar auf HyCap, Clean H2 und Forsee Power.
Ballard Power Systems Inc. Aktie Chart
Noch immer über 500 Millionen Dollar in der Kasse
Das ist der eigentliche Trumpf, den Ballard ausspielt. Zum 31. März 2026 lagen die liquiden Mittel bei 520,9 Millionen Dollar, davon 516,8 Millionen in Cash und Cash-Äquivalenten. Im Quartal wurden 7,8 Millionen Dollar operativ verbrannt, dazu kamen 1,4 Millionen für Investitionen. Das Unternehmen hat sich vorgenommen, stets mindestens sechs Quartale an operativem Cash-Bedarf vorzuhalten. Bei aktuellem Tempo wäre das noch auf viele Jahre gesichert.
Für 2026 erwartet Ballard Gesamtbetriebsausgaben von 65 bis 75 Millionen Dollar und Investitionsausgaben von 5 bis 10 Millionen Dollar. Umsatzprognosen gibt es keine, nur den Hinweis, dass die Erlöse zweites-Halbjahr-lastig ausfallen sollen. Der Order Backlog lag zum 31. März 2026 bei rund 112,9 Millionen Dollar, das 12-Monats-Auftragsbuch bei 52,8 Millionen Dollar.
Positiv, aber aber eben noch nicht profitabel. 14 Prozent Bruttomarge sind ein Anfang, kein Endziel, mit dem man sich zufrieden geben kann.
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