Ballard Power Systems erlebt einen der heftigsten Kurseinbrüche der letzten Monate. Die Bank BMO Capital bestätigt ausgerechnet jetzt ihre pessimistische Einschätzung zum kanadischen Brennstoffzellen-Hersteller. Für Anleger, die zuletzt Hoffnung auf eine Bodenbildung hatten, ist das ein herber Dämpfer.
BMO bleibt bei Sell
Analyst Ameet Thakkar von BMO Capital hat sein Sell-Rating für Ballard Power am 17. Juli 2026 bestätigt. Sein Kursziel liegt bei 2,75 Dollar. Erst eine Woche zuvor hatte die Bank Susquehanna ihr Kursziel von 4,25 auf 3,50 Dollar gesenkt.
Der breitere Analystenkonsens zeichnet allerdings ein anderes Bild. Er lautet auf „Hold“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 4,15 Dollar. Diese Lücke zwischen BMO und dem Rest der Wall Street zeigt: Die Meinungen zu Ballard Power gehen aktuell weit auseinander.
Der Kurs bricht massiv ein
Die Aktie schloss am Freitag bei 2,38 Euro, ein Minus von 0,92 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Verlust auf 11,73 Prozent. Innerhalb eines Monats hat das Papier mehr als ein Drittel seines Werts verloren.
Damit kehrt sich eine Rally um, die die Aktie erst am 2. Juni 2026 auf ihr 52-Wochen-Hoch von 5,62 Euro getrieben hatte. Von diesem Hoch aus liegt Ballard Power inzwischen 57,69 Prozent im Minus. Auf Jahressicht steht unter dem Strich trotzdem noch ein Plus von 8,68 Prozent — ein Hinweis darauf, wie stark der vorherige Anstieg ausgefallen war.
Ausgelöst hatte die Rally die angekündigte Übernahme des britischen Wasserstoff-Anbieters GeoPura. Die Aufbruchstimmung ist inzwischen verflogen. Anleger bewerten offenbar den Kapitalbedarf und die Umsetzungsrisiken der Expansion neu.
Technisch tief überverkauft
Der 14-Tage-RSI notiert bei 23,4 und liegt damit deutlich unter der Marke von 30, ab der Trader klassisch von einer überverkauften Situation sprechen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 61,76 Prozent unterstreicht, wie nervös der Handel in den vergangenen Wochen geworden ist.
Ein tief überverkaufter RSI bedeutet nicht automatisch eine Trendwende. Er zeigt lediglich, dass der Verkaufsdruck kurzfristig ungewöhnlich stark war.
Blick auf die Zahlen Ende Juli
Die Q2-Zahlen für 2026 stehen am 31. Juli an, die Telefonkonferenz beginnt um 8 Uhr Pacific Time. Investoren dürften vor allem auf den Auftragsbestand, den Cash-Verbrauch und den Zeitplan für die GeoPura-Integration achten. Genau diese drei Punkte hatten die Analystenstimmung zuletzt belastet.
Bis dahin bleibt offen, ob Schnäppchenjäger bei diesem Kursniveau zugreifen oder der Abwärtstrend anhält. Das Sell-Rating von BMO liefert jedenfalls keinen Grund zur Entwarnung.
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